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Comic-Maus : Tschüs, Diddl!

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Tschüs, Diddl! Bild: picture-alliance/ dpa

In den 90er-Jahren bevölkerte die Diddl-Maus Schulhöfe und Jugendzimmer. Jetzt aber sind Schafe, Pferde und Prinzessinen in Mode. Diddl verschwindet bald aus den Läden.

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          Diddl drückte aus, was Teenager dachten. „Ich denk ganz doll an dich!“ oder: „Ich hab dich superlieb!“ - so stand es in den 90er-Jahren auf Postkarten, Plüschtieren und Kaffeebechern. Diddl wurde geliebt und gehasst - egal war er fast niemandem.

          Jetzt allerdings wird Diddl aus den Regalen verschwinden. Wie „Zeit-Magazin“ und „Handelsblatt“ übereinstimmend berichten, läuft die Lizenz aus, die Diddls Erfinder Thomas Goletz dem „Depesche Vertrieb“ eingeräumt hat, und das Unternehmen will sie nicht mehr verlängern. Nur noch die alten Produkte würden abverkauft. 24 Jahre nach ihrer Erfindung wird Diddl damit aus den Regalen verschwinden.

          Zeichner Thomas Goletz hate sich ohnehin nur ein einziges Mal interviewen lassen - für das Diddl-Heft «Käseblatt». Darin erzählte der Grafiker, dass Diddl wohl schon immer in ihm geschlummert und sich am 24. August 1990 aufs Zeichenpapier geschlichen habe. «In den allerersten Zeichnungen war Diddl allerdings ein Känguru, noch ohne Namen, aber bereits mit seiner bekannten Latzhose», sagte er. «Doch bald darauf beschloss ich, das Kerlchen viel viel kleiner und handlicher zu zeichnen, damit ich es besser in eine Kaffeetasse oder ein Käsestück hineinsetzen konnte. So wurde aus dem Känguru Diddl, die Springmaus.»

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          Diddl wurde begehrtes Sammel- und Tauschobjekt - und Kult: Die laut Steckbrief «dreikäsehochfünfzig» große Maus zierte Blöcke, Briefpapier, Tage- und Freundebücher, Kaffeebecher, Bettwäsche und Schulranzen. Bald erhielt Diddl Freunde wie Diddlina, Pimboli und Galupy - das «Käsekuchenland» expandierte.

          Schulhöfe von Grundschulen verwandelten sich in den Pausen zeitweise in wahre Tauschbörsen. Und nicht nur Kinder fanden an den Figuren Gefallen, auch jüngere oder gar ältere Frauen ließen die «ach soo süüüße» Plüschmaus an ihren Rucksäcken und Taschen baumeln. Von einer «Epidemie» sprach der «Spiegel», und die «Zeit» schrieb: «Von Norden her kam die Maus wie eine Feuerwalze über Deutschland.»

          Das «Phänomen Diddl» faszinierte, war es doch ganz ohne Comic oder Zeichentrickserie entstanden und hatte sogar bisweilen «Micky Maus» auf der Beliebtheitsskala überholt. Selbst einen eigenen Diddl-Sprech entwickelte man «edelgoudafein» und «spitzespannend». Die Firma mit der Maus, von Kjeld Schiøtz 1985 gegründet, wuchs. Hinter dem Erfolg der Springmaus steckte eine ausgeklügelte Werbestrategie: Im Lizenz-Geschäft mit Spielwaren werden Figuren von Anfang an so konzipiert, dass sie sich so vielseitig wie möglich vermarkten lassen, erklärten Experten.

          Inzwischen allerdings sind andere Motive in Mode. Inzwischen hatten schon die Schafe aus der „Sheepworld“, die „Filly“-Pferde und Prinzessin Lillifee ihre große Zeit.

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