https://www.faz.net/-gqe-740n2

Dialysekonzern : Bei Fresenius Medical Care wackelt die Gewinnprognose

  • Aktualisiert am

Der Blutwäsche-Spezialist Fresenius Medical Care ist oft auch in Krisen stabil. Jetzt allerdings ist der Gewinn zurückgegangen - schuld seien Währungseffekte. Besser läuft es für die Mutterfirma, dem Gesundheitskonzern Fresenius.

          1 Min.

          Der schwache Euro macht Fresenius Medical Care (FMC) zu schaffen. Der weltgrößte Dialysekonzern warnte am Mittwoch nach einem leichten Gewinnrückgang im dritten Quartal vor einem etwas schwächeren Abschneiden im Gesamtjahr. Der Konzern visiert 2012 zwar weiter einen bereinigten Gewinn von 1,14 Milliarden Dollar und einen Umsatz von 14 Milliarden Dollar an, wies jedoch darauf hin, dass diese Werte um zwei Prozent unterschritten werden könnten. „Wir bestätigen unseren Ausblick für das Gesamtjahr 2012 am unteren Ende der angegebenen Spanne“, sagte FMC-Chef Ben Lipps. Da FMC in Dollar bilanziert, sinken die Einnahmen aus dem Europa-Geschäft, wenn die europäische Gemeinschaftswährung schwächelt.

          Auch das laufende Geschäft blieb im dritten Quartal hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Der Gewinn sank um drei Prozent auf 270 Millionen Dollar, während Experten mit einem Überschuss von 285 Millionen Dollar gerechnet hatten. Der Umsatz kletterte um sieben Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar.

          Besser läuft’s für die Mutterfirma

          Deutlich besser lief es dagegen im Geschäft mit Krankenhäusern und Nachahmermedikamenten, weshalb der Mutterkonzern Fresenius seinen Gewinn kräftig ausbaute. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn legte um 23 Prozent auf das Rekordniveau von 248 Millionen Euro zu, der Umsatz um rund eine Fünftel auf 4,9 Milliarden Euro. Der Konzern sei in einer guten Position, um „in einem herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfeld weiter profitabel zu wachsen“, sagte Fresenius-Chef Ulf Schneider, der die Ziele für das  Gesamtjahr bekräftigte. Der Gewinn soll währungsbereinigt um 14 bis 16 Prozent steigen, der Umsatz um zwölf bis 14 Prozent.

          Das Unternehmen hat seine Prognose in diesem Jahr bereits zweimal angehoben, vor allem wegen des guten Abschneidens der Sparte Kabi. Die auf intravenös verabreichte Nachahmermedikamente spezialisiert Tochter hat in Amerika seit März ein Monopol beim Narkosemittel Propofol, weil der Konkurrent Hospira wegen Produktionspannen nicht liefern kann und sich der Weltmarktführer Teva ganz aus dem Markt zurückgezogen hat. Das Mittel, das in Amerika über 50 Millionen Mal pro Jahr verabreicht wird, war 2009 in die Schlagzeigen geraten, als Popstar Michael Jackson an einer Überdosis von Beruhigungsmitteln und Propofol starb.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bundesinnenminister Horst Seehofer und Verfassungsschutz-Präsident Thomas Haldenwang

          Kritik an Verfassungsschutz : Geschwätzige Geheimnisträger

          Bei dem Versuch, die AfD zu beobachten, handelt sich der Verfassungsschutz Kritik ein. Schon wieder sind Details nach außen gedrungen. Dabei steht der Dienst eigentlich für Verschwiegenheit. Was ist da los?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.