https://www.faz.net/-gqe-wzuq

Deutschland-Geschäft : Deutsche Bank an Citibank interessiert

  • Aktualisiert am

Will Citigroup-Chef Pandit das Deutschland-Geschäft verkaufen? Falls ja, hätte die Deutsche Bank Interesse daran. Bild: REUTERS

Die Finanzkrise hält die Banken in Atem und wirbelt die Branche um. Jüngste Spekulation unter der Überschrift „Konsolidierung“: Die Citigroup will angeblich ihren deutschen Ableger Citibank verkaufen. Die Deutsche Bank meldete nun schon mal vorsorglich ihr Interesse an.

          1 Min.

          Die Deutsche Bank ist an einem Kauf der Citibank in Deutschland interessiert. „Wir müssen zuerst schauen, ob die Citibank zum Verkauf steht, aber wenn, dann ja“, sagte Deutschland-Chef Jürgen Fitschen am Rande einer Veranstaltung in Eltville auf die Frage nach einem Kaufinteresse. Vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass die krisengeplagte amerikanische Citigroup einen Verkauf ihrer auf Privatkunden spezialisierten Deutschland-Tochter prüft. Eine Entscheidung wird Anfang Mai erwartet. Die „Financial Times Deutschland“ berichtete am Freitag, dass sich die Deutsche Bank bereits auf ein Gebot für die Citibank vorbereite.

          Der neue Citigroup-Chef Vikram Pandit prüft offenbar im Zusammenhang mit dem Umbau des Geldhauses verschiedene Optionen für die deutsche Citibank, wie es in Finanzkreisen heißt. So werde ein Verkauf des Ratenkreditgeschäfts erwogen, das stark unter dem harten Wettbewerb leidet und den weitaus größten Teil des Deutschland-Geschäfts ausmacht. „Wenn der Preis stimmt, könnte die deutsche Citibank verkauft werden“, sagte eine mit den Überlegungen vertraute Person.

          „New York ist zufrieden mit den Zahlen“

          Die Citibank tut sich schwer im hart umkämpften deutschen Privatkundenmarkt. Trotz gestiegener Kundenzahl verdiente die Deutschland-Tochter der Citigroup im vergangenen Jahr nach Steuern nur 365 Millionen Euro und damit fast 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Dabei stieg die Kundenzahl der Bank mit Sitz in Düsseldorf um netto 50.000 auf 3,25 Millionen. Bei der Bilanzvorlage am Donnerstag in Frankfurt zeigte sich der geschäftsführende Vorstand Franz Josef Nick unter anderem wegen der Zuwächse im Kreditgeschäft dennoch optimistisch: „Wir haben uns in einem hartumkämpften Privatkundengeschäft sehr gut behauptet.“

          Spekulationen, die Citigroup könne wegen ihrer Milliardeneinbußen im Zuge der Finanzmarktkrise ihr Deutschlandgeschäft abstoßen, wollte Nick nicht kommentieren. Er betonte: „New York ist zufrieden mit den Zahlen. Man kennt dort das Wettbewerbsumfeld und weiß, dass es hier schwierig ist.“ Allerdings überprüfe die Citigroup derzeit ihre weltweite Strategie und wolle Anfang Mai das Ergebnis verkünden. „Bis dahin sind wir so gespannt wie Sie“, sagte Nick.

          Weitere Themen

          Herr Spahn und die Genesenen

          F.A.S. Exklusiv : Herr Spahn und die Genesenen

          Der Gesundheitsminister macht es Leuten schwer, die Corona schon überstanden haben. Wie viele Impfungen sie brauchen, ist umstritten. Hat Jens Spahn sich selbst vergessen?

          CureVac-Impfstoff floppt Video-Seite öffnen

          Geringe Wirksamkeit : CureVac-Impfstoff floppt

          Der Corona-Impfstoff hat Untersuchungen zufolge nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent. CureVac will die Studie aber bis zu ihrer finalen Auswertung mit weiteren Corona-Fällen fortsetzen.

          Topmeldungen

          Kann Jens Spahn als von Corona genesen gelten?

          F.A.S. Exklusiv : Herr Spahn und die Genesenen

          Der Gesundheitsminister macht es Leuten schwer, die Corona schon überstanden haben. Wie viele Impfungen sie brauchen, ist umstritten. Hat Jens Spahn sich selbst vergessen?
          Was das alles kostet: Energieversorgung und Verkehr sind wegen der CO2-Bepreisung zuletzt teurer geworden.

          CO2-Preis : Beim Spritpreis hört der Spaß auf

          Klimaschutz ist ein Wahlkampfschlager, aber nur dann, wenn er möglichst wenig kostet. Wie lässt sich der CO2-Preis sozialverträglich erhöhen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.