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Thyssens-Chef über Krise : „Da lässt sich nichts schönreden“

  • Aktualisiert am

Guido Kerkhoff hat gerade die Führung von Thyssen Krupp übernommen. Bild: dpa

Der deutsche Traditionskonzern Thyssen-Krupp steckt in der Krise. Sein neuer Chef sagt, was aus dem nun mitgeteilten Verlust folgt.

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          Der deutsche Traditionskonzern Thyssen-Krupp sucht mit klaren Zielvorgaben für alle Sparten bis 2020/21 Stabilität und Perspektive in einer der größten Krisen der Unternehmensgeschichte. „Wir müssen uns in all unseren Geschäften deutlich verbessern“, sagte der Vorstandsvorsitzende Guido Kerkhoff an diesem Donnerstag während der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (per Ende September).

          Bis zum Geschäftsjahr 2020/21 wolle der Konzern den jährlichen Mittelzufluss (Free Cash Flow) auf mindestens eine Milliarde Euro steigern. Kerkhoff kündigte an, die Kosten insbesondere in der Verwaltung weiter zu senken und in der Sparte Industrial Solutions mit dem Anlagenbau und dem Marinegeschäft aufzuräumen. Diese hatte dem Unternehmen die Bilanz verhagelt.

          Für das dritte Quartal musste Thyssen-Krupp daher einen Nettoverlust von 131 Millionen Euro ausweisen. Zudem dampfte das Management die Prognose für das laufende Jahr teilweise ein. „Da lässt sich nichts schönreden. Insbesondere der Cashflow ist nicht zufriedenstellend, und das ist ein Zustand, der auf Dauer nicht tragbar ist“, sagte Kerkhoff. Er hatte den Chefposten von Heinrich Hiesinger übernommen, der unter Verweis auf eine mangelnde Unterstützung durch die größten Aktionäre vor wenigen Wochen zurückgetreten war. Aufsichtsratschef Ulrich Lehner hatte mit ähnlicher Begründung Ende Juli seinen Posten aufgegeben. Für beide werden Nachfolger gesucht.

          Thyssen-Krupp hatte zwar schon früher mittelfristige Ziele für seine Geschäfte vorgegeben, diese aber nicht an einen Zeitrahmen geknüpft. Dies war von Investoren wie Großaktionär Cevian oder der Fondsgesellschaft Union Investment bemängelt worden. Doch die Kritik von Cevian oder auch dem amerikanischen Hedgefonds Elliott geht noch weit über diesen Punkt hinaus, womit fraglich ist, ob Kerkhoff sie allein damit besänftigen kann. Eine neue Strategie muss erst noch gefunden werden.

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