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Verdi macht Druck : Warnstreiks bei der Post

  • Aktualisiert am

Verdi fordert 6 Prozent mehr Lohn für die Tarifbeschäftigten. Bild: dpa

Dem Bonner Konzern geht es gut – obwohl weniger Briefe verschickt werden. Jetzt fordert die Gewerkschaft Verdi 6 Prozent mehr Lohn.

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          Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post unterstreicht die Gewerkschaft Verdi ihre Forderung nach höheren Löhnen mit ersten Warnstreiks. Die Gewerkschaft rief Beschäftigte in Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Bayern und in Nordrhein-Westfalen am Donnerstag zu Ausständen auf. „Die Beschäftigten haben eine deutliche Tariferhöhung verdient“, erklärte Verdi-Landesfachbereichsleiterin Birgit Sperner: „Die Post bietet bisher nichts.“ Allein in Bayern würden sich rund 500 Beschäftigte an dem Ausstand beteiligen, sagte ein Verdi-Sprecher. Man sei mit der Geduld am Ende und erwarte „ein verhandlungsfähiges Angebot“.

          Die betroffenen Post-Niederlassungen sind in Dortmund, Duisburg, Essen, Hagen, Münster, Herford, Köln, Bonn, Düsseldorf und Siegen, was eine gemeinsame Niederlassung mit dem hessischen Gießen hat. Bei Kundgebungen in Köln und Dortmund werden am Donnerstagvormittag mehrere Hundert Post-Beschäftigte erwartet.

          Anfang der Woche war auch die dritte Runde der Tarifgespräche ohne greifbares Ergebnis geblieben. Am 26. und 27. Februar soll es in Bonn neue Gespräche geben. Verdi fordert sechs Prozent mehr Lohn für die rund 130.000 Tarifbeschäftigten des Konzerns. Zudem will die Gewerkschaft durchsetzen, dass Mitarbeiter einen Teil der künftigen Entgelterhöhung in freie Zeit umwandeln können. Ein neuer Tarifvertrag soll für ein Jahr gültig sein.

          Post-Chef Frank Appel hatte die Gewerkschaft in der Vergangenheit vor überzogenen Forderungen gewarnt. Der Konzern habe „keinen großen Spielraum für signifikante Steigerungen der Löhne“. Das weltweit agierende Unternehmen fahre den Löwenanteil seiner Gewinne abseits des deutschen Heimatmarktes ein: „Das Geld ist in anderen Ländern verdient worden.“ In der letzten Tarifrunde 2015 hatten sich beide Seiten erst nach massiven Streiks auf einen Abschluss verständigen können.

          Der international tätige Bonner Konzern steht wirtschaftlich gesehen derzeit gut da, Wachstumsmotor ist der Online-Handel und das globale Expressgeschäft. Die Briefmenge schrumpft hingegen. Der Tarifvertrag von 2015 hatte zunächst ein Plus von 2 und später von 1,7 Prozent vorgesehen.

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