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Allensbach-Umfrage : Bloß nicht noch mehr Verbraucherschutz

Werbung in der Frankfurter Innenstadt Bild: obs

Werden Verbraucher von zu viel Werbung an der Nase herumgeführt? Die Mehrheit der Deutschen fühlt sich dem Problem gewachsen.

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          Deutschlands Verbraucher fühlen sich hierzulande gut geschützt. Nur 30 Prozent sprechen sich dafür aus, dass der Verbraucherschutz ausgeweitet wird. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die das Institut für Demoskopie in Allensbach durchgeführt hat. Besonders, wenn es um den Kauf von Haushaltsgeräten, Medikamenten und Lebensmitteln geht –  Produkte also, bei denen man eine gewisse Erfahrung hat –  sieht die Mehrheit der Deutschen ihre Interessen gut geschützt.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Das Gefühl, dass noch mehr getan werden könnte, gebe es dagegen bei Bankdienstleistungen und Versicherungen und im Umgang mit privaten Daten im Internet, berichtete Renate Köcher, die Geschäftsführerin des Instituts, am Donnerstag auf einer Veranstaltung des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) in Berlin.

          Der Umfrage zufolge sehen 54 Prozent der Befragten ihre Interessen hierzulande gut geschützt. Das sind zwar etwas weniger als im vergangenen Jahr – da waren es noch 59 Prozent –, aber deutlich mehr als vor fünfzehn Jahren. Damals waren nur 33 Prozent dieser Meinung.

          Auffällig ist sind die Unterschiede zwischen West und Ost: In Ostdeutschland zeigen sich gegenwärtig nur 41 Prozent der Menschen mit dem Ausmaß des Verbraucherschutzes zufrieden, in den westlichen Bundesländern dagegen 56 Prozent.

          Die Werbewirtschaft dürfte sich über die Ergebnisse freuen; sie kritisiert schon seit längerem die zunehmende Einmischung des Gesetzgebers in die Kaufentscheidungen der Verbraucher – etwa mit dem weitgehenden Verbot von Zigarettenwerbung. Am meisten über Fehlkäufe ärgern sich die Verbraucher der Umfrage zufolge über ein politisch wenig heikles Produkt: Bekleidung. An zweiter Stelle folgen Versicherungen. Die wichtigste Informationsquelle der Verbraucher sind mit 78 Prozent Empfehlungen von Freunden.

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