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Sanierung : Deutsche Post setzt sich ambitionierte Gewinnziele

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Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post im April 2018 in Bonn Bild: dpa

Die Deutsche Post will die Paket-Krise hinter sich lassen und in den nächsten zwei Jahren deutlich mehr Gewinn machen. Rückenwind könnte von der Bundesregierung kommen.

          Die Deutsche Post will 2019 ihre kriselnde deutsche Brief- und Paketsparte wieder in die Spur bringen und damit den operativen Gewinn spürbar steigern. Im vergangenen Jahr lasteten Gewinnrückgänge in der Sparte auf der Bilanz. „2018 war ein herausforderndes Jahr für Deutsche Post DHL Group, das wir mit einem erfolgreichen Weihnachtsgeschäft abgeschlossen haben“, sagte Konzernchef Frank Appel am Donnerstag in Bonn.

          Der operative Gewinn (Ebit) brach im vergangenen Jahr wegen der Kosten für die Sanierung des deutschen Brief- und Paketgeschäfts um 15,5 Prozent auf 3,16 Milliarden Euro ein. Die Post erfüllte damit aber die Erwartungen des Marktes. Analysten hatten ein Ebit von 3,1 Milliarden Euro prognostiziert.

          Der Konzernumsatz stieg um 1,8 Prozent auf 61,5 Milliarden Euro. Die Bonner wollen nun für 2018 eine unveränderte Dividende von 1,15 Euro je Aktie ausschütten. 2019 will Appel den operativen Gewinn auf 3,9 bis 4,3 Milliarden Euro steigern. Dabei dürfte auch eine Rolle spielen, wie stark er das Briefporto in Deutschland anheben kann. Im Jahr 2020 sollen es dann mehr als fünf Milliarden Euro sein, bekräftige der Konzern in einer Präsentation. An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an: Die Aktien stiegen vorbörslich um 1,2 Prozent.

          Portoerhöhung

          Kosten für den Umbau des deutschen Brief- und Paketgeschäfts hatten die Post in den vergangenen Quartalen belastet. Im Gesamtjahr schrieb die Sparte einen operativen Ertrag von 683 Millionen Euro, im laufenden Jahr soll dieser dann deutlich auf eine Milliarde bis 1,3 Milliarde Euro zulegen. Getrieben durch den rasant wachsenden Online-Handel war der Konzern im Paket-Geschäft in der Vergangenheit rasch beim Umsatz gewachsen – noch schneller stiegen aber die Kosten. Appel will das Ruder herumreißen, er hat den Umbau der Sparte bereits in Angriff genommen.

          Doch die Sanierung kostet Geld, Beamte werden etwa vorzeitig in Rente geschickt. „2019 werden wir einen großen Schritt nach vorne machen und im deutschen Brief- und Paketgeschäft deutlich besser aufgestellt sein“, betonte Appel. Der Umbau der Sparte sei „auf langfristigen Erfolg ausgerichtet“. Es werde „einige Monate dauern, bis sich die Fortschritte auch in den Zahlen niederschlagen.“ Dafür soll von April an der neue Chef der Sparte, Tobias Meyer, sorgen.

          DT. POST

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          Meyer könnte nach seinem Dienstantritt auch Rückenwind durch eine deutliche Erhöhung des Brief-Portos bekommen. Die Bundesregierung könnte eine neue Porto-Verordnung auf den Tisch legen, die Bundesnetzagentur könnte diese dann in ihr laufendes Verfahren zur Änderung des Briefportos einbeziehen. Durch eine Änderung der Portoverordnung könnte sich Insidern zufolge die eigentlich für das Frühjahr angepeilte Porto-Erhöhung der Post auf den Sommer verzögern. Sie könnte dann aber auch über den bislang diskutierten 80 Cent für einen Standardbrief liegen. Appel sagte, er rechne im zweiten Quartal mit einer Entscheidung.

          Keine Extragebühr für Haustürzustellung

          Abseits des Deutschland-Geschäfts rund um Pakete und Briefe lief es für den Konzern indes rund. Vor allem das nun schon über Jahre erfolgsverwöhnte Express-Geschäft konnte mit einem Gewinnplus von 12,7 Prozent punkten. Die Frachtsparte hat zudem Probleme durch die Einführung einer neuen Datenverarbeitung überwunden und steigerte den operativen Ertrag deutlich auf 442 (297) Millionen Euro. 

          Die Deutsche Post bekräftigte indes, dass sie Pakete auch künftig ohne Mehrkosten direkt bis an die Haustür der Empfänger bringt. „Wir glauben nicht, dass wir eine Extragebühr für die ,letzte Meile’ von unseren Kunden erheben müssen“, sagte Appel am Donnerstag im Nachrichtensender n-tv. Die Haustürzustellung sei „Teil unseres Leistungsversprechens“. Die „letzte Meile“ – also der letzte Abschnitt bis zur Paketübergabe – gilt als besonders zeitintensiv und teuer für die Paket-Dienstleister. Ähnlich hatte sich Appel schon früher geäußert.

          Die Paketdienste DPD und Hermes rechnen hingegen damit, dass Haustür-Bestellungen künftig standardmäßig teurer sind als Lieferungen an Paketshops oder Paketstationen. Wettbewerber GLS sieht das ähnlich. Teilweise haben die Firmen bereits in Verträgen mit Online-Händlern Preisunterschiede festgeschrieben, der Regelfall ist das aber nicht. Hermes verweist auf Länder wie Schweden, wo die Haustürzustellung schon lange extra koste. Hermes und DPD gewähren Online-Händlern bereits Rabatte, wenn deren Kunden zu Paketshops und Paketstationen kommen und die Sendungen nicht erst an der Haustür entgegen nehmen.

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