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Elektro-Transporter : Die Deutsche Post peppt ihren Streetscooter auf

Jörg Sommer präsentiert die neue Streetscooter-Generation. Bild: dpa

Die neuen Modelle des Elektrolieferwagens sind bis zu 120 km/h schnell. Künftig könnten sie auch in Amerika oder in Japan fahren.

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          Schneller, komfortabler, größer: Die Deutsche Post rüstet ihren Elektrolieferwagen Streetscooter besser aus, um mehr externe Abnehmer für das Fahrzeug zu finden. Bis zu 120 km/h schnell sind die neuen Versionen der Modelle „Work“ und „Work L“, die am Mittwoch im künftigen Streetscooter-Showroom auf dem Euref-Gelände in Berlin vorgestellt wurden. Ihre Vorgänger schafften nur eine Geschwindigkeit von 85 km/h.

          Christine Scharrenbroch
          Freie Autorin in der Wirtschaft.

          Zudem bietet die neue Fahrzeuggeneration mehr Komfort als die recht spartanisch ausgestatteten Erstmodelle: Serienmäßig sind künftig unter anderem eine Klimaanlage, eine Sitzheizung, beheizbare Außenspiegel und ein Infotainment-System an Bord. Im neu gestalteten Kofferaufbau kann ein Gewicht von mehr als einer Tonne geladen werden – rund 300 Kilogramm mehr als bisher. Dank einer schnelleren Ladeleistung sind die Batterien innerhalb von fünf Stunden zu 80 Prozent geladen. Die Reichweite der zwischen 38.000 und 47.000 Euro teuren Modelle bleibt mit 160 Kilometern nahezu unverändert.

          Bislang hat die Post-Tochtergesellschaft Streetscooter rund 12.000 Fahrzeuge produziert. Zwar wird der batteriebetriebene Kleintransporter seit gut zwei Jahren auch an Drittkunden wie städtische Grünflächenämter, Cateringbetriebe oder Bäckereiketten verkauft. Mit Abstand größter Kunde ist aber immer noch die Post selbst. In seiner Brief- und Paketzustellung hat der Bonner Dax-Konzern rund 10.000 Streetscooter im Einsatz. Damit wurde ein Fünftel der Flotte auf den E-Transporter umgestellt. Diese Praxiserfahrungen seien in die Konzeption der neuen Modelle eingeflossen, sagte Streetscooter-Chef Jörg Sommer. Der neue „Work L“ soll auch die Basis für die geplante Expansion in China bilden. Anfang September hatte die Post angekündigt, gemeinsam mit dem chinesischen Autobauer Chery eine Variante des E-Paketautos zu entwickeln.

          Streetscooter soll auch in Amerika und Japan fahren

          Für das Jahr 2021 ist die Serienproduktion mit einer Kapazität von bis 100.000 Fahrzeugen jährlich geplant. Die chinesische Seite könne bis zu 500 Millionen Euro investieren, hieß es. Auch in den Vereinigten Staaten sollen die neuen Modellen in ersten Pilotprojekten zum Einsatz kommen und zwar bei DHL Express, der Post-Sparte für internationale Eilsendungen. Erwogen wird auch eine lokale Fertigung. Als weiteren aussichtsreichen Markt nannte der Streetscooter-Chef am Mittwoch Japan, wo im Rahmen eines Großauftrags noch in diesem Jahr die ersten Fahrzeuge an den Logistikdienstleister Yamato ausgeliefert werden.

          Die Post hatte das Aachener Start-up Streetscooter 2014 komplett übernommen, weil die deutschen Autohersteller seinerzeit keine geeignete elektrische Alternative zum Dieseltransporter anbieten konnten. Inzwischen sind unter anderem Daimler und VW mit E-Transportern wie dem E-Vito und dem E-Crafter am Markt. Die Zukunft des Streetscooters ist unklar. Da die Post auf Dauer kein Autobauer sein will, läuft schon seit geraumer Zeit die Suche nach Partnern oder Kaufinteressenten.

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