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Deutsche Managergehälter : Nur Winterkorn ist internationaler Spitzenverdiener

  • -Aktualisiert am

Martin Winterkorn lenkt den führenden Autobauer Europas. Bild: REUTERS

Unter den am meisten verdienenden Managern der Welt ist aus Deutschland nur der Volkswagen-Lenker Martin Winterkorn. Tatsächlich sanken die Saläre der Dax-Vorstände letztes Jahr sogar.

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          Die deutschen Top-Manager erhalten Millionengehälter. Aber sie haben im vergangenen Jahr weder die Taschen besonders stark gefüllt bekommen, noch haben sie den Abstand zu ihren Kollegen in Amerika oder der Schweiz verringern können. Vielmehr ist die durchschnittliche Gesamtvergütung des Chefs eines im Standardwerteindex Dax notierten Konzerns im Jahr 2013 leicht um 1,4 Prozent auf 4,97 Millionen Euro gesunken, geht aus Daten der Beratungsgesellschaft HKP hervor. Zugleich ging allerdings auch der durchschnittliche Nettogewinn der Dax-Konzerne um fast 8 Prozent auf 1,98 Milliarden Euro zurück.

          Im längerfristigen Vergleich seit dem Jahr 2006 ergebe sich  eine durchschnittliche Steigerung der Vorstandsvergütungen von jährlich 2 Prozent, sagt Michael Kramarsch, Partner der Beratungsgesellschaft HKP. „Man merkt, dass die öffentliche Diskussion über die Bezüge und deren Transparenz zu eher restriktiven Anpassungen geführt hat.“

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          Von den Lenkern der großen, börsennotierten Konzerne erhielt nur Volkswagen-Chef Martin Winterkorn eine Summe, die auch international zur Spitze gehört. Noch haben nicht alle großen amerikanischen oder englischen Konzerne berichtet. Aber die gut 13 Millionen Euro, die Winterkorn bekam, führen ihn derzeit auf Rang 8 der Rangliste, die von Disney-Chef Bob Iger (25,3 Millionen Euro) angeführt wird. Vermutet wird, dass auch Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner zu den internationalen Spitzenverdienern mit einem Salär von mehr als 10 Millionen Euro zählt, allerdings weist der Verlagskonzern die Vergütungen nicht einzeln aus.

          Tatsächlich sind aber auch mit Einzelausweis die Bezüge der Vorstände mitunter nicht richtig vollkommen erkennbar, räumt Kramarsch ein. Das liegt insbesondere an der wachsenden Bedeutung von langfristigen Boni. Was hier für das Jahr 2013 gewährt wurde, ist zunächst nur ein Anrecht auf eine spätere Summe. Die tatsächliche Auszahlung hängt vom Unternehmenserfolg der nachfolgenden Jahre ab.

          Inzwischen machen diese Langfristkomponenten (LTI) rund die Hälfte des Gesamtpakets aus, während die Jahresboni nur noch ein Viertel umfassen – ihr niedrigster Anteil seit 2006. Die schwierige Berechnung der LTI ist auch der Grund, warum Winterkorns Gehalt vom Volkswagen-Konzern mit 15 Millionen Euro, von HKP aber nur mit 13 Millionen Euro ausgerechnet wird.

          Mehr Klarheit werde es vom kommenden Jahr an geben, weil der Corporate Governance Kodex  entsprechende Transparenz-Regeln neu vorschreibe, sagt Kramarsch. „Damit wird ein Riesenschritt gemacht.“ Auch die Altersbezüge der Vorstände sowie die Nebenleistungen würden damit besser durchschaubar. Allerdings seien die Zeiten, in denen sich dahinter die lebenslange Bezahlung eines Gärtners oder Chauffeurs verberge, ohnehin  vorbei.

          Den größten Sprung im Dax machte im vergangenen Jahr Elmar Degenhart, der Vorstandschef des Autozulieferers Continental, dessen Bezüge um 38 Prozent auf gut 4 Millionen Euro zulegten. Den größten Rückgang verbuchte der inzwischen ausgeschiedene Chef des Chemiekonzerns Lanxess, Axel Heitmann, dessen Salär um 39 Prozent auf knapp 2,3 Millionen Euro sank.

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