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Zusammenschluss mit London : Deutsche Börse will Hürden für Fusion senken

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Die Zentrale der Deutschen Börse in Eschborn: Die Börsenfusion wackelt. Bild: Wolfgang Eilmes

In der Führung der Deutschen Börse wächst wohl die Sorge, dass die Anleger der Fusion mit der London Stock Exchange nicht zustimmen. Nun soll die Annahmeschwelle gesenkt werden.

          Die Deutsche Börse will beim geplanten Zusammenschluss mit der London Stock Exchange (LSE) auf Nummer sicher gehen. Um von ihren Aktionären grünes Licht für die Fusion zu erhalten, erwägen die Frankfurter, die bisher vorgesehene Mindestannahmequote von 75 Prozent zu senken, wie Deutschlands größter Börsenbetreiber am Sonntagabend mitteilte.

          „Eine mögliche Herabsetzung dieser Mindestannahmeschwelle wird derzeit von den beteiligten Parteien geprüft, um Indexfonds eine Teilnahme an dem Angebot zu ermöglichen.“ Eine Entscheidung solle am Montag getroffen werden. Indexfonds hielten gegenwärtig bis zu 15 Prozent an der Deutschen Börse, erklärte der Konzern. Sie könnten ihre Aktien erst andienen, wenn bestimmte Annahmeschwellen erreicht seien.

          Brexit erschwert die geplante Fusion

          Da die meisten institutionellen Investoren ihre Aktien erst am letzten Tag der Annahmefrist zum Umtausch einreichen, könne es passieren, dass der Schwellenwert vor diesem Tag nicht erreicht werde. Durch die Absenkung der Annahmeschwelle könne diesem „technischen Umstand“ Rechnung getragen werden.

          Die LSE-Aktionäre haben der Fusion bereits auf einer außerordentlichen Hauptversammlung zugestimmt. Deutsche-Börse-Aktionäre sollten laut dem ursprünglichen Plan bis 12. Juli Zeit haben, ihre Aktien im Rahmen eines Umtauschangebots anzudienen.

          Neben der noch nicht gesicherten Zustimmung der eigenen Aktionäre bereitet der vor kurzem von Großbritanniens Wählern beschlossene Austritt aus der Europäischen Union (EU) Probleme. Durch den Brexit fällt zum Beispiel der bisher geplante Umzug des Firmensitzes nach London wohl ins Wasser. Auch die Verteilung der Geschäftsfelder muss noch mal überprüft werden. Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter ist aber Berichten zufolge bereit, die Struktur des neuen Unternehmens der politischen Lage anzupassen.

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