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F.A.Z. exklusiv : Theodor Weimer Favorit als neuer Börsenchef

Theodor Weimer ist seit 2009 Chef der Hypo-Vereinsbank. Bild: dpa

Der Vorstandsvorsitzende der Hypo-Vereinsbank soll an die Spitze des Finanzplatzbetreibers in Eschborn wechseln. Das wird der Börsen-Aufsichtsrat nach Informationen der F.A.Z. an diesem Donnerstag beschließen.

          Der bisherige Vorstandsvorsitzende der Münchener Hypo-Vereinsbank (HVB) Theodor Weimer ist der Top-Favorit als Nachfolger von Carsten Kengeter als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse. Der Zeitplan steht: Nach Recherchen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist für diesen Donnerstag ein entsprechender Vorschlag für den Personalausschuss des Aufsichtsrats der Deutschen Börse vorbereitet. Anschließend soll auf der Sitzung des Aufsichtsrats die Personalie beschlossen werden, danach folgt die Pflichtmitteilung an die Börse.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Wie die F.A.Z. als erste berichtet hatte, ist der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Börse, Joachim Faber, gleich am Tag des Rücktritts von Carsten Kengeter mit einer sehr kurzen Vorschlagsliste an den Aufsichtsrat herangetreten. Damalige Informationen der F.A.Z., dass der Favorit auf die Nachfolge Weimer sei, werden nun erhärtet. Als zweiter Name ist demnach nur der aktuelle Finanzvorstand der Deutschen Börse, Gregor Pottmeyer, auf der Liste von Faber. Er war für den Fall vorgesehen, dass sich auf die Schnelle kein Nachfolger findet oder dieser noch länger vertraglich gebunden ist.

          Kengeter hatte seinen Rücktritt zum Jahresende angekündigt. Weimer ist seit fast neun Jahren Vorstandsvorsitzender der HVB und damit des Deutschland-Ablegers der italienischen Unicredit.

          Politisch vernetzt sein ist wichtig

          Erst im Frühjahr hat der Aufsichtsrat den Vertrag von Weimer, der im Dezember 58 Jahre alt wird, um weitere drei Jahre bis Ende 2020 verlängert. Dass Weimer dennoch wechselwillig ist, dürfte nicht nur dem in München gut vernetzten Faber bekannt sein.

          Aus der italienischen Konzernzentrale hat Weimer, der gern das Gespräch mit Journalisten und der Öffentlichkeit sucht, einen Maulkorb bekommen. In diesem Jahr mussten alle Telefonkonferenzen der Hypo Vereinsbank ausfallen. Sogar die Bilanzpressekonferenz wurde gestrichen. Auch im kommenden Jahr wird die Finanzkommunikation von Italien aus gesteuert werden, ist im Konzern zu hören. Das gefällt Weimer nicht.

          Von seiner Vita passt der gebürtige Wertheimer durchaus zur Deutschen Börse. Der ehemalige McKinsey-Manager hat bei Goldman Sachs das Investmentbanking gelernt. Das ist zwar schon eine Weile her. Aber in der Hypo-Vereinsbank legte Weimer großen Wert auf das Investmentbanking der Gruppe, das in München angesiedelt ist. Es gab ihm das Gefühl, nicht bloß eine deutsche Tochtergesellschaft zu führen, sondern auch in die strategische Ausrichtung des Gesamtkonzerns eingebunden zu sein. Bloßer Befehlsempfänger aus Mailand zu sein, so hat Weimer seinen Posten jedenfalls nie verstanden.

          Dass die Deutsche Börse nach Kengeter wieder einen Investmentbanker an die Spitze holen würde, ist nicht überraschend. Faber selbst war als langjähriger Kapitalmarktvorstand der Allianz Investmentbanker. Und er hat stets betont, wie wichtig für ihn ein Börsenvorstand mit extrem gutem Verständnis für die Bedürfnisse der Kunden der Börse ist.

          An der von Faber im Gespräch mit der F.A.Z. geforderten guten politischen Vernetzung des neuen Börsen-Vorstandsvorsitzenden bestehen mit Blick auf Weimer jedoch Zweifel. Als Banker werden ihm einige regulatorische Anforderungen nicht fremd sein. Von engen Kontakten ins Kanzleramt oder das Bundesfinanzministerium ist jedoch nichts bekannt, ganz zu schweigen von Kontakten zu der im hessischen Wirtschaftsministerium angesiedelten Börsenaufsicht.

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