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Börsen-Aufsichtsrat sagt : „Carsten Kengeter hat die Aktionäre reich gemacht“

  • -Aktualisiert am

Carsten Kengeter steht seit Monaten unter Insiderhandels-Verdacht. Bild: dpa

Nach dem Abgang von Börsen-Vorstandschef Carsten Kengeter verspricht Aufsichtsratschef Joachim Faber: Noch in diesem Jahr soll der Nachfolger feststehen. Und er lobt den gegangenen.

          Die Deutsche Börse will schleunigst einen Nachfolger für den zurückgetretenen Vorstandschef Carsten Kengeter präsentieren. „Unser Ziel ist es, jemanden bis zum 1.Januar zu haben. Wir wollen in jedem Fall dieses Jahr noch den Nachfolger bestimmen“, sagte Aufsichtsratschef Joachim Faber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „Wir haben eine Shortlist mit einer Handvoll potentiell geeigneter Kandidaten, die arbeiten wir jetzt sehr schnell ab.“ Der Personalausschuss werde die Manager in Kürze zu Vorstellungsgesprächen treffen, und dann dem Aufsichtsrat einen Nachfolger vorschlagen. Läuft alles wie geplant, ist es nicht nötig, einen Interimschef zu bestellen, sagte Faber in der F.A.S.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Einen kompletten Neuanfang mit neuen Köpfen an der Spitze von Vorstand wie Aufsichtsrat, schließt Faber aus. Er selbst denke nicht an einen Rücktritt, höre auch keine entsprechenden Wünsche der Investoren: „Meine Pflicht ist es, jetzt schnell stabile Verhältnisse herzustellen.“ Ob dabei eine interne oder externe Lösung den Vorzug erhält, sei nicht ausgemacht: „Da ist ein völlig offener, fairer Prozess.“

          Der neue Börsenchef muss Deutsch als Muttersprache haben

          Fabers Anforderungsprofil für den nächsten Börsenchef ist klar: „Der Nachfolger für Kengeter muss nicht zwingend einen deutschen Pass haben, aber Deutsch als Muttersprache.“ Außerdem muss es eine Persönlichkeit („Mann oder Frau“) mit Erfahrung sein, die bereits ein großes Unternehmen geführt hat. Und vor allem: Der (oder die) Neue muss einen Draht zur Politik haben, belastbarer als bei dem Noch-Amtsinhaber: „Es muss jemand sein, der das regulatorische Umfeld in hohem Maße betreuen kann“, erläutert Faber. „Auf diesem Feld haben wir wohl etwas Nachholbedarf.“

          Dieser Artikel ist aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung
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          Ein Kandidat direkt aus der Politik, ob aktiv oder ehemalig, sei trotzdem keine Option, gefordert ist ein gestandener Unternehmer, der nicht unbedingt jahrelange Erfahrung an einer Börse hat. „Für mich ist es nicht so wichtig, dass der Nachfolger das Geschäft so in der Tiefe versteht wie Kengeter, gefragt ist ein Generalist“, sagte Faber.

          Der Aufsichtsratschef, der den wegen Insiderhandels-Verdachts zurückgetretenen Kengeter in früheren Zeiten als Ausnahmetalent bezeichnet hatte, bleibt dabei: „Carsten Kengeter ist eine starke Führungspersönlichkeit. Er hat Großartiges für die Börse bewirkt und die Aktionäre reich gemacht: Deren Vermögen ist um mehr als 70 Prozent gestiegen, seit damals die Verpflichtung von Kengeter angekündigt wurde.“

          DT. BÖRSE

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