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Geschäftsbericht : Deutsche Bank warnt vor schlechtem Quartalsergebnis

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Fitschen und Cryan warnen vor schlechtem ersten Quartal. Bild: AFP

Für gewöhnlich ist das erste Quartal eines Jahres stark. Doch 2016 droht es schlecht auszufallen. Nicht nur für die Deutsche Bank.

          Die Deutsche Bank warnt vor einem schlechten Ergebnis im ersten Quartal. Die beiden Ko-Vorstandsvorsitzenden John Cryan und Jürgen Fitschen schreiben in dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht 2015, dass wegen der hohen Kursschwankungen an den Finanzmärkten das gewöhnlich starke erste Quartal in diesem Jahr für die gesamte Branche schlecht auszufallen drohe.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Deutsche Bank sei hier keine Ausnahme. Damit dürfte sich im wichtigsten Geschäftsfeld, dem Investmentbanking, die enttäuschende Entwicklung aus dem vierten Quartal fortsetzen, als auch rein operativ ein Verlust angefallen war. Geringe Aktivitäten bei Aktien- und Anleihenplazierungen sowie im Wertpapierhandel haben auch bei der amerikanischen Großbank Citigroup das Geschäft belastet. Der Finanzvorstand John Gerspach hatte vor wenigen Tagen gesagt, dass die Erträge im Investmentbanking im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 25 Prozent und aus dem Handel mit Aktien und Anleihen um 15 Prozent gesunken seien.

          Darüber hinaus teilte die Deutsche Bank mit, dass die Vergütung im vergangenen Jahr von 10,0 auf 10,5 Milliarden Euro gestiegen sei. Das sei auf Wechselkursveränderungen, aber auch auf eine etwas höhere Mitarbeiterzahl zurückzuführen. Trotz des Rekordverlusts von 6,8 Milliarden Euro sanken die Erfolgsprämien nur um 17 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro.

          Selbst im Investmentbanking, das wegen hoher Strafen und Rechtsrisiken wesentlich zu dem Verlust beigetragen hat, blieben die Erfolgsprämien nur um 20 Prozent unter dem Niveau des Jahres 2014. Wegen der hohen Verluste aus Altlasten und der erforderlichen Neuausrichtung der Bank wurde den Aktionären für das vergangene und auch für das laufende Jahr die Dividende gestrichen.

          Sämtlichen Vorstandsmitgliedern, also sowohl den ausgeschiedenen als auch den neuen, hat der Aufsichtsrat die Erfolgsprämien für das vergangene Jahr gestrichen. Das hatte der Ko-Vorstandsvorsitzende John Cryan schon auf der Bilanzpressekonferenz Ende Januar angesichts des hohen Verlusts mitgeteilt. Die Gesamtvergütung des Vorstands sank 2015 um 36 Prozent auf 22,7 Millionen Euro. Der noch amtierende Ko-Vorstandsvorsitzende Jürgen Fitschen erhielt 3,8 Millionen Euro. Cryan, der im Juli 2015 Nachfolger von Anshu Jain wurde, bekam 1,9 Millionen Euro.

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