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Hauptversammlung : Deutsche Bank wählt Sigmar Gabriel in Aufsichtsrat

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SPD-Politiker und ehemaliger Kanzler Sigmar Gabriel sitzt nun im Aufsichtsrat der Deutschen Bank. Bild: dpa

Auf der Hauptversammlung des größten deutschen Kreditinstituts ist der ehemalige Vize-Kanzler Sigmar Gabriel in den Aufsichtsrat gewählt worden. Die Personalie hatte im Vorfeld für Kritik gesorgt.

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          Die Aktionäre der Deutschen Bank haben den SPD-Politiker und ehemaligen Vize-Kanzler Sigmar Gabriel in den Aufsichtsrat gewählt. Zu diesem Ergebnis ist die Hauptversammlung des größten deutschen Geldhauses Am Mittwochabend gekommen. Gabriels Berufung hatte im Januar Kritik ausgelöst – wie so oft, wenn frühere Spitzenpolitiker in die Wirtschaft wechseln. Der ehemalige Außenminister war schon im März per Gerichtsbeschluss für den Deutsche-Bank-Aufsichtsrat bestellt worden.

          Die Aktionäre wählten zudem zwei weitere neue Aufsichtsräte in das Gremium: Die Juristin Dagmar Valcarcel sowie Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer. Der 60-Jährige gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Aufsichtsratschef Paul Achleitner im Mai 2022. Inklusive Briefwahl waren knapp 44 Prozent der Aktionäre vertreten. Obwohl die Hauptversammlung in diesem Jahr wegen der Corona-Krise nur im Internet stattfand, dauerte sie mit mehr als neuneinhalb Stunden länger als das Präsenztreffen im Mai 2019 in der Frankfurter Festhalle.

          Die Deutsche Bank will ihren Konzernumbau nicht von der Corona-Krise ausbremsen lassen. „Wir müssen als Deutsche Bank profitabler sein als heute, wenn wir in einer europäischen Konsolidierung eine Rolle spielen wollen“, betonte Konzernchef Christian Sewing bei der Online-Hauptversammlung des Frankfurter Dax-Konzerns am Mittwoch. Er sei überzeugt, dass der 2019 eingeleitete Umbau „der beste Weg ist, die Deutsche Bank im internationalen Wettbewerb nachhaltig profitabel aufzustellen“.

          Das sechste Jahr rote Zahlen?

          Nach Einschätzung des Managements ist die Bank solide genug aufgestellt, um die Corona-Krise ohne größere Blessuren zu überstehen. „Wir sind ein Teil der Lösung und insofern auch überzeugt, dass die Deutsche Bank dort auch gestärkt hervorgehen kann“, sagte Sewing. Nach fünf Verlustjahren in Folge drohen allerdings auch im laufenden Jahr unter dem Strich rote Zahlen.

          Die Fondsgesellschaft Deka Investment warnte vor möglichen Interessenkonflikten. Weimer selbst hatte bei der Hauptversammlung der Deutschen Börse tags zuvor gesagt, er plane derzeit, seinen bis zum 31. Dezember 2024 laufenden Vertrag bei der Börse „bis zum Ende der regulären Laufzeit zu erfüllen". Weimer betonte: „Solange ich Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse bin, ist die Übernahme des Aufsichtsratsvorsitzes bei der Deutschen Bank ausgeschlossen.“

          Aufsichtsratschef Achleitner sagte: „Ich bin bis zum Ablauf der Hauptversammlung 2022 gewählt und ich beabsichtige, meine Verantwortung als Aufsichtsratsvorsitzender der Bank bis zum Ende meiner Amtszeit zu leisten.“ Der seit Mitte 2012 amtierende Chefkontrolleur bekräftigte: „Eine Wiederwahl strebe ich nicht an. Nach zehn Jahren in dieser Verantwortung muss es dann auch genug sein.“

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