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Kandinsky, Schiele und Co. : Deutsche Bank versilbert Teile ihrer Kunstsammlung

Eine Auswahl ihrer fotografischen Arbeiten zeigt die Deutsche Bank von Zeit zu Zeit dem Publikum. Bild: Ly, Martin

Die Deutsche Bank verkauft einen Teil ihrer Kunstsammlung. Vor allen Gemälde und Skulpturen aus dem frühen 20. Jahrhundert will sie loswerden. Damit will sie Platz machen für jüngere Arbeiten auf Papier und Fotografien.

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          Die Deutsche Bank will etwa 200 Arbeiten aus ihrer Kunstsammlung veräußern, darunter Werke von Wassily Kandinsky, Egon Schiele und Max Beckmann. Vor allem von Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und Druckgraphiken aus der Zeit der Klassischen Moderne des frühen 20. Jahrhunderts will sich die Bank trennen, sowie von Werken aus der Nachkriegsmoderne. Beides passe nicht zum Sammlungsschwerpunkt, teilte die Bank am Donnerstag mit. Diesen bildeten zeitgenössische Arbeiten auf Papier und Fotografien.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Arbeiten werden nach Angaben der Bank in den nächsten drei Jahren international über das Auktionshaus Christie's in London und Paris und Ketterer Kunst in München versteigert. Erste Werke, darunter Kandinskys „Trüber Aufstieg“ sollen in der Auktion von Christie's in Paris am 22. Oktober zum Aufruf kommen. Vorwiegend Werke der Nachkriegsmoderne folgen dann bei Ketterer im Dezember.

          Für diese und folgende Auktionen erwartet die Bank insgesamt Einnahmen in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionenbetrags. Schon dieser überschaubare Betrag macht deutlich, dass der Verkauf nicht etwa zur Sanierung der krisengeschwächten Bank genutzt werden soll. Ein „signifikanter Teil der Auktionserlöse“ werde für den Ankauf von Werken aufstrebender künstlerischer Talente verwendet, sagte Friedhelm Hütte, Leiter der Kunstaktivitäten der Bank.

          Alles in allem hat die Bank 55.000 Kunstwerke, damit ist die die Sammlung eine der größten eines Unternehmens auf der ganzen Welt. Sie soll sich durch die Verkäufe und neue Werke weiter verjüngen. „Insgesamt wollen wir unser Programm noch stärker und sichtbarer auf die zeitgenössische Kunst fokussieren“, sagte Hütte. In den vergangenen Jahren hat sich die Deutsche Bank, die 18.000 Stellen auf der Welt streicht und seit Jahren Verluste schreibt, still und leise von Tausenden Kunstobjekten getrennt.

          Darunter waren auch so prominente Werke wie das Triptychon „Faust“ von Gerhard Richter. Laut Medienberichten ist es mindestens 20 Millionen Dollar wert. Einige Unternehmen haben zuletzt ihre Sammlungen verkleinert. Die Commerzbank verkaufte 2010 die Bronzeplastik eines schreitenden Manns von Alberto Giacometti für 75 Millionen Euro. Das Kunstwerk war während der Übernahme der Dresdner Bank in den Besitz der Commerzbank gekommen.

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