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30.000 weniger : Deutsche Bank räumt bei Kunden der Investmentbank auf

Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Viele Herausforderungen warten in der Zukunft. Bild: dpa

Der Konzernumbau bei der Deutschen Bank wird konkreter. Besonders im Investmentbanking will das Geldinstitut seinen Kundenstamm verkleinern.

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          Die Deutsche Bank siebt den Bestand ihrer Großkunden aus. Wie aus dem Umfeld des Instituts verlautete, werden nun die im vergangenen Jahr angekündigten Pläne zur Reduktion der Geschäftskunden im Investmentbanking beschleunigt umgesetzt. Die Zahlen beeindrucken: Denn die Deutsche Bank will bis Ende 2019 mehr als 30.000 Firmenkunden kündigen. Ende 2014 betreute die Bank in den Bereichen Wertpapierhandel (Global Markets) und Großkunden (Corporate Finance und Global Transaction Banking) 65.000 Kunden. Doch bei vielen Unternehmen handelt es sich um Karteileichen. So wies der Ko-Vorstandsvorsitzende John Cryan darauf hin, dass 30 Prozent dieser Kunden 80 Prozent der Erträge lieferten. Dagegen entfielen auf die anderen 70 Prozent nur ein Fünftel.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Mit der verstärkten Konzentration auf die wichtigen Kunden will die Deutsche Bank die Komplexität in ihrer Kundenstruktur verringern. Ziel ist es, mehr Produkte an diese Kunden zu verkaufen. Dabei sollen die Bilanzrisiken reduziert und gleichzeitig die Erträge gesteigert werden.

          Auch andere Banken wie die Schweizer UBS und die britische Barclays misten gegenwärtig ihren Kundenstamm aus. Die britisch-asiatische HSBC und die amerikanische JP Morgan  haben in den vergangenen Jahren schon die Konten von hunderttausenden Kunden geschlossen. Mit der Fokussierung auf Kernkunden wollen die Banken auch aufsichtsrechtliche Risiken verringern. Denn die Institute müssen im Rahmen der Bestimmungen zur Bekämpfung der Geldwäsche immer stärker für die Zuverlässigkeit ihrer Geschäftspartner haften.   

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