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Geldinstitut in der Krise : Viele Deutsche-Bank-Mitarbeiter fühlen sich unterbezahlt

Unmut im Geldinstitut: Das Logo der Deutschen Bank hinter einer zerstörten Fensterscheibe Bild: dpa

Die Mitarbeiter der Deutschen Bank nehmen ihrem Arbeitgeber die gekürzten Bonuszahlungen übel: Zahlreiche Manager verlassen das Geldinstitut, im Rest der Belegschaft wächst der Unmut. Der Wettbewerb um gute Banker könnte weiter wachsen.

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          Dass ihnen für das vergangene Jahr die Boni deutlich zusammengestrichen wurden, nehmen viele Mitarbeiter der Deutschen Bank ihrem Arbeitgeber übel. Zudem sind viele der Angestellten verunsichert, wie sich der abermalige große Strategieschwenk, den der Vorstandsvorsitzende John Cryan im März eingeläutet hat, auf ihre eigene Rolle in der Bank auswirken wird.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          In einer regelmäßig durchgeführten Umfrage unter den Mitarbeitern, deren Ergebnisse nun intern veröffentlicht wurden, gaben drei Viertel der Teilnehmer an, sie seien sich nicht sicher, ob sie in drei Jahren noch für den Konzern arbeiten wollten. 40 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass sie ihre Leistungen nicht ausreichend honoriert sähen. Die Zahlen haben Gewicht: Fast die Hälfte der 83.000 Mitarbeiter (ohne Postbank) haben an der Umfrage im April und Mai teilgenommen.

          Der Strategieschwenk des Vorstandsvorsitzende John Cryan verunsichert viele Mitarbeiter.

          In einer Mitteilung an die Belegschaft, welche der F.A.Z. vorliegt, zeigten sich Cryan und Personalvorstand Karl von Rohr besorgt über die Zahlen. „Leider sind immer mehr von Ihnen unsicher, ob Sie Ihre berufliche Zukunft in der Bank sehen, und Sie beklagen, dass in Ihren Augen Leistung nicht angemessen anerkannt und honoriert wird“, hieß es in dem Schreiben. Cryan geht davon aus, dass die Unzufriedenheit vor allem im Zusammenhang mit der Vergütungsentscheidung zum Jahreswechsel stehe, aber sie bereite der Führungsriege große Sorgen. Die Bank hatte nach zwei Milliardenverlusten in Folge die variable Vergütung der Mitarbeiter für das Jahr 2016 um 77 Prozent gekürzt.

          Langjährige Mitarbeiter heuern bei der Konkurrenz an

          Zuletzt hatte es schon mehrere Meldungen über wichtige langjährige Mitarbeiter der Bank gegeben, die das Unternehmen verließen und bei der Konkurrenz anheuerten. Erst in der vorigen Woche hatte der Chefvolkswirt der Bank in den Vereinigten Staaten, Joe LaVorgna, nach 20 Jahren seinen Hut genommen. Kurz nach dem Bonus-Stichtag im Frühjahr war beispielsweise der in Deutschland für große Unternehmens-Übernahmen zuständige Holger Knittel zur Citi Group gewechselt. Sollten im Zuge des Brexit mehrere internationale Banken ihre Einheiten in Frankfurt vergrößern, könnte der Wettbewerb um gute Banker vor Ort weiter wachsen.

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          Zumal es um die Loyalität zu dem einst so stolzen Branchenprimus nicht mehr allzu gut bestellt ist. Nur noch gut die Hälfte der Mitarbeiter gab an, stolz darauf zu sein, bei der Deutschen Bank zu arbeiten. Das ist etwa das gleiche Niveau wie im Vorjahr, aber deutlich weniger als in früheren Umfragen. Auch die Verbundenheit zum Unternehmen verharrt auf niedrigem Stand.

          Schon bei externen Untersuchungen hatte sich der Unmut der Banker gezeigt. So hatten sich in einer Umfrage des Gehaltsvergleichsportals Emolument.com unter Londoner Investmentbankern im Mai 61 Prozent der befragten Deutsche-Bank-Mitarbeiter unzufrieden mit ihren Boni gezeigt. In keiner anderen der 13 berücksichtigten internationalen Investmentbanken war die Unzufriedenheit so groß gewesen.

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