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Geschäftszahlen : Deutsche Bank verdient im Investmentbanking mehr

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Vor Steuern läuft es für die Deutsche Bank offenbar wieder besser. Bild: REUTERS

Die Deutsche Bank macht viel weniger Gewinn. Aber die Investmentbanker und auch die Vermögensverwaltung schlagen sich besser als von vielen erwartet.

          Die Deutsche Bank hat im zurückliegenden Quartal viel weniger Gewinn gemacht als noch im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Nach Steuern fiel der Gewinn um 29 Prozent auf 238 Millionen Euro. Die Deutsche Bank führte das aber maßgeblich darauf zurück, dass Kosten für Rechtsstreitigkeiten nicht von der Steuer absetzbar sind. Am Markt kam der
          Quartalsbericht nach den eher durchwachsenen Zahlen der großen amerikanischen Rivalen gut an: Der Kurs der Deutsche-Bank-Aktie legte vorbörslich 1,7 Prozent zu.

          Vor Steuern entwickelte sich das Geschäft von Deutschlands bedeutendstem Geldhaus hingegen wesentlich besser. Eine Ursache liegt im Ergebnis des Investmentbankings, das wesentlich besser lief als gedacht. Allein die Investmentbanker lieferten dieses Mal 885 Millionen Euro ab, ein Plus von 17 Prozent. Der Anleihehandel entwickelte sich stabil - anders als dies bei vielen amerikanischen Konkurrenten der Fall gewesen ist, wo er tendenziell schwächelte.

          Die beiden Vorstandsvorsitzender der Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, gehen indes davon aus, dass sich das Geschäft mit fest verzinslichen Wertpapieren künftig wieder verbessert. „Die Volkswirtschaften wachsen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit“, stellen sie fest. „Dies könnte dazu führen, dass sich die Zinssätze mit unterschiedlicher Geschwindigkeit normalisieren, was neue Möglichkeiten eröffnet.“ Insgesamt kletterte das Vorsteuerergebnis um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf nun 917 Millionen Euro.

          Abermals hat die Bank ihre Rückstellungen für die vielen Rechtsstreitigkeiten, in die sie verwickelt ist, aufgestockt: diese Mal um 470 Millionen Euro. Dieser Posten wird zu einer immer größeren Unbekannten in der Bankbilanz. Deswegen hatten professionelle Marktbeobachter zuvor vieles für möglich gehalten: Von einem Vorsteuerverlust von fast 700 Millionen Euro bis zu einem Gewinn von gut einer Milliarde Euro.

          Zum gesamten gestiegenen Vorsteuerergebnis trugen auch verringerte Kosten bei. Deutliche Zuwächse erzielte die Bank außerdem in ihrer Vermögensverwaltungs-Sparte. Der Bereich lieferte im zurückliegenden Jahresviertel einen Vorsteuergewinn von 204 Millionen Euro, im vergangenen Jahr waren es noch 80 Millionen Euro gewesen. Überdies sammelte er unter dem Strich neue Kundengelder in Höhe von elf Milliarden Euro ein.

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