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Deutsche Bank und Commerzbank : Allein zu klein

  • -Aktualisiert am

Gescheiterte Fusion: Deutsche Bank und Commerzbank gehen doch getrennte Wege. Bild: Reuters

Falls die Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank doch noch scheitert, müssten beide Institute trotzdem schnell sparen. Und sie würden wahrscheinlich in größeren ausländischen Banken untergehen.

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          Auch wenn es derzeit keine Hinweise darauf gibt: Die Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank kann noch scheitern. Etwa an den Aktionären der Deutschen Bank, die seit 2010 durch mehrere Kapitalerhöhungen schon rund 30 Milliarden Euro frisches Geld bereitstellen mussten und es satthaben könnten, dass die Deutsche Bank dieses Geld durch Rechtsstreitigkeiten und Boni-Zahlungen weitgehend verbrannt hat.

          Aber falls es noch zu einem Abbruch der Fusionsgespräche käme, könnten weder Deutsche Bank noch Commerzbank in den Alltag zurückkehren. Commerzbank-Chef Martin Zielke hat vielmehr jetzt durch sein Werben für eine Fusion gleichzeitig eingestanden, dass es der Commerzbank allein an Größe fehlt, um die hohen Zukunftsinvestionen in die IT allein zu stemmen. Das heißt mit anderen Worten: Der Commerzbank fehlt nicht sofort, aber mittelfristig die Perspektive auf ausreichend Gewinn.

          Auch Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner wirbt für die Fusion mit der Commerzbank mit dem Argument, Größe sei im Bankgeschäft wichtig, um die steigenden Fixkosten auf mehr Kunden umzulegen. Falls es also nicht zur Frankfurter Bankenehe käme, müsste trotzdem etwas geschehen: Beide Banken müssten schnell sparen, etwa Stellen streichen. Und würden wahrscheinlich doch eines nicht allzu fernen Tages in größeren ausländischen Banken untergehen.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

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