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In einer einzigen Transaktion : Deutsche Bank überweist versehentlich 28 Milliarden Euro

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Die beiden Glastürme der Deutschen Bank in Frankfurt Bild: Wolfgang Eilmes

Diese Routinezahlung ging schief: Die Deutsche Bank hat versehentlich 28 Milliarden Euro transferiert, und das in einer Transaktion. Nur weil der Fehler schnell bemerkt wurde, entstand kein finanzieller Schaden.

          Die schwarze Serie der Deutschen Bank hält an. Nun macht Deutschlands größtes Finanzinstitut Schlagzeilen wegen einer falschen Routinezahlung. Nach einem Bloomberg-Bericht schickte die Bank eine Woche vor Ostern in nur einer Transaktion versehentlich 28 Milliarden Euro auf ein Konto der European Exchange, kurz Eurex, im Zuge des Handels mit täglichen Derivaten. Dieses gehört zur Deutschen Börse AG. Der Fehler wurde schnell bemerkt. Es entstand kein finanzieller Schaden.

          „Der Fehler wurde innerhalb Minuten entdeckt und dann behoben“, schrieb Charlie Olivier, ein Sprecher der Deutsche Bank in einer Mitteilung per Email an Bloomberg. Die Summe – höher als der Wert des Unternehmens in Höhe von rund 24 Milliarden Euro – überstieg damit bei weitem die geplante Transaktion. Eurex hielt angeblich vier Milliarden Euro am Vermögen der Deutschen Bank über das Wochenende vom 23. März 2018 zurück. Die Deutsche Börse machte zu dieser Angabe keine Aussage.

          Der laut Deutscher Bank „operationale Fehler“ ruft Fragen nach den Sicherheits- und Kontrollstandards des Finanzinstituts auf. Die falsche Überweisung hätte normalerweise von einem internen Fehlersystem, dem sogenannten „bear-trap“ (zu deutsch „Bärenfalle“), bemerkt werden müssen, hieß es laut Deutscher Bank weiter. Diese Warnsoftware wurde installiert, nachdem es bereits im März 2014 eine falsche Überweisung von Schuldsicherheiten gegeben hatte.

          Die Deutsche Bank kämpft nach dem Führungswechsel an der Spitze um positive Zahlen. Christian Sewing hatte vor rund zwei Wochen das Amt des ehemaligen Chefs John Cryan übernommen und soll für einen Neuanfang sorgen. Dafür benötigt er nun auch einen Wechsel auf dem Posten des IT-Chefs. Nach nur gut anderthalb Jahren hatte Kim Hammonds Frankfurt am Mittwoch verlassen und zuvor vom „dysfunktionalsten Unternehmen“ gesprochen, für das sie je gearbeitet habe. Das Kreditinstitut ist die in diesem Jahr am am schlechtesten bewertete Bank des Stoxx 600 Indexes – mit einem fallenden Aktienkurs von 26 Prozent.

          DT. BANK

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