https://www.faz.net/-gqe-8kcz9

Deutsche Bank : Streit um Besetzung des Aufsichtsrates

  • Aktualisiert am

Kritische Aktionäre wollen verhindern, dass der Anwalt Stefan Simon in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank kommt. Bild: Flick Gocke Schaumburg

Aktionäre wollen verhindern, dass ein Aufsichtsratsposten mit dem Anwalt Stefan Simon besetzt wird. Sie werfen ihm unkorrektes Verhalten gegenüber einem früheren Klienten vor. Der weist die Vorwürfe zurück.

          1 Min.

          Die Besetzung eines vakanten Aufsichtsratspostens bei der Deutschen Bank sorgt für Streit. Wie die „Bild am Sonntag“ berichtet, wollen kritische Aktionäre die Berufung des Bonner Anwalts Stefan Simon in das Gremium verhindern. In entsprechenden Schriftsätzen für das als Registergericht zuständige Amtsgericht Frankfurt werde Simon unkorrektes Verhalten als Berater des inzwischen insolventen Windparkbauers Windreich zur Last gelegt. Windreich-Gründer Willi Balz werfe ihm Parteiverrat und versuchte Selbstbereicherung vor.

          Windreich war 2013 mit hohen Schulden in die Insolvenz gerutscht. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Verdachts auf Bilanzmanipulation und Insolvenzverschleppung gegen Firmengründer Willi Balz aufgenommen.

          Simon selbst wies die Vorwürfe zurück. Sie seien „falsch und entbehren jeder Grundlage“, zitiert die Zeitung den Anwalt, der als Vertrauter der qatarischen Herrscherfamilie al-Thani gilt, die fast zehn Prozent der Anteile der Deutschen Bank hält. Die Bank habe zudem in einer Stellungnahme für das Registergericht darauf verwiesen, dass gegen Simon keine Ermittlungen eingeleitet worden seien. Eine Entscheidung des Amtsgerichts sei in den nächsten Tagen nicht zu erwarten, da die zuständige Richterin derzeit im Urlaub sei, meldet „BamS“ unter Berufung auf einen Gerichtssprecher.

          Simon soll bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank im nächsten Mai von den Aktionären gewählt werden. Der Jurist soll bis dahin gerichtlich als Mitglied des Aufsichtsrats bestellt werden. Einen entsprechenden Antrag hat die Deutsche Bank beim Amtsgericht Frankfurt eingereicht. Die Bank hatte betont, Simon sei auf Anregung der qatarischen Investoren vorgeschlagen worden.

          Simon ist Partner der Kanzlei Flick Gocke Schaumburg in Bonn. Er gilt als Experte für Gesellschaftsrecht und Fragen der guten Unternehmensführung sowie der Vergütung. An seiner fachlichen Eignung gebe es keine Zweifel, hieß es im Konzern.

          Weitere Themen

          CDU will Betriebe steuerlich schonen

          Bundestagswahl 2021 : CDU will Betriebe steuerlich schonen

          Das Wahlprogramm der Union gewinnt erste Konturen mit einem Belastungsdeckel für Unternehmen. Offen ist, wie Mehrausgaben für Klima und Soziales zur Schuldenbremse passen.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.