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Sparprogramm : Deutsche Bank schließt jede vierte Filiale

Bald für immer geschlossen? Jede vierte Filiale soll wegfallen. Bild: Patricia Kühfuss

Die Deutsche Bank hat sich mit dem Betriebsrat über das Ausmaß der Filialschließungen geeinigt. Rund 3000 Stellen fallen weg. Und es könnten noch mehr werden.

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          Die Deutsche Bank wird bis Ende nächsten Jahres fast jede vierte Filiale in Deutschland schließen. 188 kleinere Zweigstellen sollen nach Informationen der F.A.Z. mit nächstgelegenen größeren zusammengelegt werden, so dass am Ende noch 535 Standorte übrig bleiben. Dem Sparprogramm fallen 2500 Stellen zum Opfer, was mehr als jeder fünften Stelle im Geschäft mit Privat- und Firmenkunden entspricht. Auf betriebsbedingte Kündigungen soll möglichst verzichtet werden. Darauf hat sich die Bank am Donnerstag nach langen Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern geeinigt.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Damit wird ein Teil des im vergangenen Jahr angekündigten Sparprogrammes umgesetzt. „Wir stellen uns den Herausforderungen aus Niedrigzins, stärkerer Regulierung und insbesondere dem geänderten Kundenverhalten“, sagte Christian Sewing, Privatkundenvorstand der Bank. Zusätzlich zum Stellenabbau im Vertrieb haben sich Bank und Betriebsräte in weiteren Geschäftseinheiten auf den Wegfall von rund 500 Arbeitsplätzen geeinigt, darunter in der Vermögensverwaltung, im Transaktionsbankgeschäft und einigen operativen Einheiten.

          Der Vorstandsvorsitzende John Cryan warb in einem Schreiben an die Mitarbeiter für Verständnis: „Wir müssen unsere Kosten senken und dabei gleichzeitig unsere Arbeit neu organisieren“, schrieb er. „Sonst wird die Deutsche Bank in einer Welt der extrem niedrigen Zinsen und einer immer strengeren Regulierung nicht nachhaltig profitabel arbeiten können.“ Nach der jetzigen Einigung stehen noch 1000 weitere Stellen in Deutschland auf der Streichliste, über die bis Ende des Jahres mit den Arbeitnehmervertretern verhandelt werden soll.

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