https://www.faz.net/-gqe-995zh

Anweisung der EZB : Deutsche Bank muss Ausstieg aus dem Investmentbanking durchrechnen

  • Aktualisiert am

Die Deutsche Bank muss den Ausstieg aus dem Investmentbanking durchrechnen. Bild: EPA

Erstmals lässt die EZB eine Großbank die Kosten einer Abwicklung der Investmentsparte berechnen. Weitere Geldhäuser sollen folgen.

          1 Min.

          Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) will einem Pressebericht zufolge von der Deutschen Bank Angaben zu den Kosten eines Ausstiegs aus dem Investmentbanking. Dazu liefen seit Monaten Berechnungen, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Montag ohne Quellenangabe. Es sei erste Mal, dass die Aufsichtsbehörde diese Maßnahme für eine Großbank beschlossen hat. Später sollten weitere Geldhäuser folgen.

          Die Bankenaufsicht möchte laut Bericht wissen, wie sich der Wert des Kapitalmarkt- und Derivategeschäfts bei der Deutschen Bank entwickeln würde, wenn sie als solvente Bank ein abruptes Ende des Neugeschäfts simuliere. Es gehe nicht darum, die Abwicklung im Fall einer Pleite zu simulieren, was um ein vielfaches teurer und schwieriger wäre.

          Die Berechnungen liefen schon seit einiger Zeit und stünden nicht im Zusammenhang mit dem Chefwechsel bei Deutschlands größtem Geldhaus, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

          Analysten fordern Rückzug

          Die EZB habe die Informationen mit dem Hinweis kommentiert, dass sie den Banken generell viele Aufgaben gebe. Die Deutsche Bank teilte mit, sie berechne für Regulatoren routinemäßig „die Konsequenzen einer geordneten Abwicklung von Positionen in unseren Handelsbüchern“. Dies geschehe mit Blick auf Kapital, Liquidität und den Effekt auf die Gewinn- und Verlustrechnung. „Das ist übliche Praxis in der Finanzindustrie.

          Nicht wenige Analysten und größere Anteilseigner fordern von der Deutschen Bank gezielte Schnitte im Investmentbanking und den Rückzug aus nicht profitablen Geschäftsfeldern. Das Geldhaus hat in dem Bereich weitere Marktanteile verloren - nicht zuletzt in Amerika. Der neue alleinige Investmentbanking-Chef der Bank, Garth Ritchie, erklärte dagegen vor wenigen Tagen, er plane vorerst keine radikalen Schnitte bei der Sparte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          2:2 gegen Ungarn : Ein denkwürdiges deutsches Drama

          Es ist ein Abend des puren Nervenkitzels: Lange droht dem DFB-Team ein Debakel wie bei der WM. Der eingewechselte Leon Goretzka verhindert das EM-Vorrundenaus mit dem späten Ausgleich gegen Ungarn.
          Hoffnung auf Herdenimmunität: Menschen in der Fußgängerzone der Münchener Innenstadt

          Neue RKI-Zahlen : Immer mehr Delta-Infektionen

          Die Inzidenzen sinken weiter. Doch laut RKI hat sich der Anteil der Delta-Variante bei den Neuinfektionen seit vergangener Woche fast verdoppelt. Dennoch: Die Bundesländer bleiben gelassen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.