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Trotz Corona-Krise : Deutsche Bank verdient überraschend viel

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Glänzendes drittes Quartal: Die Deutsche Bank hat trotz des Gegenwinds der Corona-Krise einen Gewinn erwirtschaftet. Bild: dpa

Der Umbau des Konzerns trägt Früchte. Die Deutsche Bank verdient im dritten Quartal vor Steuern 482 Millionen Euro. Vor allem ein Geschäft brummt.

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          Ein florierendes Kapitalmarktgeschäft hat der Deutschen Bank zu einem unerwartet hohen Gewinn verholfen. „Obwohl auch das dritte Quartal von der Corona-Pandemie geprägt war, haben wir erneut ein Ergebnis erzielt, das unsere Planungen übertroffen hat“, sagte Bankchef Christian Sewing am Mittwoch.

          Vor Steuern verdiente das größte deutsche Geldhaus 482 Millionen Euro nach einem Verlust von 687 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich, also nach Abzug von Zinszahlungen für Nachranganleihen, stand ein Gewinn von 182 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem deutlich geringeren Quartalsergebnis gerechnet.

          „Unser fokussiertes Geschäftsmodell zahlt sich aus, und wir erwarten, dass sich ein erheblicher Teil unserer Ertragssteigerungen als nachhaltig erweisen wird“, sagte Sewing. Besonders die Ausrichtung der Investmentbank trage Früchte. „Nach neun Monaten beläuft sich unser Gewinn auf 846 Millionen Euro vor Steuern, so dass wir weiterhin zuversichtlich sind, auch für das Gesamtjahr ein positives Vorsteuerergebnis zu erreichen.“

          Die Bank steigerte ihre Erträge besonders stark im Handel mit Anleihen, Währungen und Zinsen sowie im Beratungs- und Emissionsgeschäft. Die Einnahmen in der Investmentbank stiegen um 43 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Auch Konkurrenten in den Vereinigten Staaten und Europa profitierten in den Sommermonaten von guten Geschäften im Investmentbanking.

          Insgesamt legten die Erträge der Deutschen Bank im dritten Quartal um 13 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro zu. Die Kosten sanken um zehn Prozent auf 5,2 Milliarden Euro. Sewing bekräftigte das Ziel des Institut, die Kosten im Gesamtjahr auf 19,5 Milliarden Euro zu verringern.

          Die Corona-Krise machte sich im Kreditgeschäft bemerkbar. Die Risikovorsorge für faule Kredite stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als die Hälfte auf 273 Millionen Euro. Das war aber ein deutlich geringeres Volumen als die im zweiten Quartal verbuchten 761 Millionen Euro.

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