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Deutsche Bank : Sewing ist spät dran

  • -Aktualisiert am

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Frankfurt Bild: EPA

Der Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing kann nicht alles schnell reparieren. Der tiefe Aktienkurs macht die das größte deutsche Geldhaus zum Übernahmekandidaten

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          Selbst kritische Aktionäre bescheinigten dem seit dreizehn Monaten amtierenden Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank bisher „geliefert“ zu haben. Tatsächlich hält Christian Sewing anders als seine Vorgänger die Kostenziele ein und scheint einen klaren Plan zu haben, wie er durch schon lange überfällige Kürzungen in der viel zu großen Investmentbankingsparte noch zu weiteren Kostensenkungen kommen will.

          Außerdem bekannte sich Sewing anders als seine Vorgänger jetzt auf der Hauptversammlung auch zur gesellschaftlichen Verantwortung seines Unternehmens. Das ist gut. Allerdings fehlt es der Deutschen Bank hier an Glaubwürdigkeit. Neben Skandalen wie zuletzt der fehlenden Geldwäschebekämpfung ist die Vergütung der Mitarbeiter ein Ärgernis und passt nicht zu Deutschland: Zwei Investmentbanker außerhalb des Vorstands bekommen mehr als der Vorstandschef, die Aktionäre erhalten an Dividenden nur 12 Prozent dessen, was an Boni zusätzlich zum Festgehalt an alle Mitarbeiter ausgeschüttet wird.

          Das ist ein Unding. Sewing kann nicht alles schnell reparieren. Er ist vermutlich auch zu spät an die Spitze gerückt. Der tiefe Aktienkurs macht die Deutsche Bank zum Übernahmekandidaten. Dass noch kein Konkurrent zugegriffen hat, liegt wohl daran, dass die Deutsche Bank noch zu groß ist und ihre Risiken zu schwer abzuschätzen sind.

          DT. BANK

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          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

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