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Investment-Bank : Spitzenverdiener in der Deutschen Bank ist nicht der Vorstandschef

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Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Der Vorstandschef hat nicht das höchste Gehalt. Bild: AFP

Investmentbanker bei der Deutschen Bank machen ordentlich Kasse. Das ist kein Geheimnis. Der neue Investment-Chef kann dank hoher Boni nun sogar John Cryan überholen.

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          Mehr verdienen als der eigene Chef? In der Deutschen Bank ist genau das möglich. Im besten Fall kann der neue Investmentbanking-Vorstand Jeff Urwin bei der Deutschen Bank mehr verdienen als Vorstandschef John Cryan. Nach dem neuen Vergütungssystem, über das die Aktionäre im Mai abstimmen sollen, kann Urwin in einem glänzenden Jahr für seine Sparte auf einen Verdienst von 13,2 Millionen Euro kommen. Für Cryan liegt die Obergrenze bei 12,5 Millionen Euro. Das geht aus der am Donnerstag von der Bank veröffentlichten Einladung zur Hauptversammlung am 19. Mai hervor. Hohe Vergütungen für Investmentbanker haben bei der Deutschen Bank Tradition. Auch Cryans Vorgänger Anshu Jain hatte in seiner Zeit als oberster Investmentbanker in guten Jahren mehr bekommen als der damalige Vorstandschef Josef Ackermann.

          Auch in einem „normalen Jahr“ kommt der von JP Morgan abgeworbene Investmentbanker Urwin mit 8,5 Millionen Euro fast an Cryans Gehalt heran. Für das laufende Jahr hat der Aufsichtsrat die Gehälter für alle Vorstände aber auf jeweils maximal 9,85 Millionen Euro gedeckelt - wie in den vergangenen Jahren auch. Dass sie diesen Betrag erreichen, ist angesichts der düsteren Aussichten für die Banken freilich unwahrscheinlich. Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Bank angesichts eines Verlusts von fast sieben Milliarden Euro alle variablen Zahlungen an die Vorstände gestrichen.

          Cryans Grundgehalt - und das seines zur Hauptversammlung scheidenden Co-Vorstandschefs Jürgen Fitschen - bleibt auch nach dem neuen System bei 3,8 Millionen Euro. Es ist damit gleichwohl das höchste Fixum bei einem der 30 Unternehmen im Leitindex Dax. Die übrigen Deutsche-Bank-Vorstände bekommen je 2,4 Millionen Euro garantiert. Die möglichen Millionen-Boni für Urwin sind der Neuregelung der Vorstandsvergütung geschuldet. Seit dem Umbau des Gremiums sind dort nämlich auch vier Chefs der operativen Sparten vertreten. Bei ihnen richten sich die variablen Vergütungen nicht nur nach dem kurz- und langfristigen Erfolg der gesamten Bank, sondern auch danach, wie ihre Sparten im betreffenden Jahr abschneiden.

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