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Deutsche Bank : Der Goldesel der Investmentbanker

  • -Aktualisiert am

Im Handelssaal der Deutschen Bank in Frankfurt Bild: argus

Es ist schon merkwürdig: Das Investmentbanking beschert der Deutschen Bank regelmäßig hohe Verluste. Doch die beteiligten Banker entlohnt sie fürstlich. Ein Gastbeitrag.

          Märchen werden wahr, zumindest für den Vorstand der Deutschen Bank und mehr als 1000 seiner Investmentbanker. Sie haben wie im Märchen der Gebrüder Grimm einen Goldesel gefunden, der unentwegt für Heu goldene Taler gibt. Doch haben sie ihn verdient und wer hat ihnen den Esel geschenkt? Die Fakten sprechen eigentlich für sich. Die Deutsche Bank hat nach eigenen Angaben im Jahr 2012 eine Rendite nach Steuern von 0,5 Prozent und 1,2 Prozent im Jahr 2013 erwirtschaftet, ein Niveau auf dem früher der Sparbuchzins in Deutschland lag, und ist damit knapp am Verlust vorbeigeschrammt. Banken dürfen in Deutschland seit 2014 Mitarbeitern für ein Verlustjahr überhaupt keinen Bonus zahlen.

          Unternehmen gelten Investoren nach internationalen Anforderungen bei einer Rendite ab 15 Prozent als erfolgreich, die Deutsche Bank selbst hat das Ziel 12 Prozent zu erzielen (vor der Finanzkrise waren es 25 Prozent vor Steuern). Ein gutes Drittel der Dax-Unternehmen hat 2012 und 2013 die 15 Prozent Hürde übertroffen und ihren Vorstandschefs in diesen Jahren im Schnitt ein Gehalt von 6,4 Millionen Euro gezahlt, davon 1,3 Millionen Euro als Festvergütung und 5,1Millionen Euro als erfolgsabhängigen Bonus/Sonstiges.

          Normale Vorstandsmitglieder bekamen in diesen Jahren im Schnitt ein Gehalt von 3,3 Millionen Euro gezahlt, davon 0,7 Millionen Euro als Festvergütung und 2,6 Millionen als erfolgsabhängigen Bonus/Sonstiges. Die Vorstandschefs der Deutschen Bank aber erhielten in diesen Jahren im Schnitt ein Gehalt von 6,87 Millionen, davon 2,3 Millionen Euro als Grundvergütung und 4,6 Millionen als erfolgsabhängigen Bonus/Sonstiges (Vorstandsmitglieder 3,9 Millionen Euro, davon 1,15 Millionen Euro Grundvergütung und 2,8 Millionen Bonus/Sonstiges).

          Nur für sehr gute Leistungen?

          Erfolgsabhängige Boni werden bei der Deutschen Bank laut Vergütungsbericht nur für sehr gute Leistungen gezahlt. Insgesamt hat das Kreditinstitut im Jahr 2012 mindestens 1215 Mitarbeitern im Schnitt je 321.811 Euro Fixum und für ihre sehr guten Leistungen jeweils das 3,1-Fache an Boni gezahlt. Fürs Jahr 2013 waren es mindestens 1295 Mitarbeiter, die im Schnitt ein Fixum von 305.792 Euro und das rund 3,4-Fache als Bonus erhielten. Jeweils mehr als 1000 (89 Prozent 2012, 84 Prozent 2013) dieser Mitarbeiter kamen aus dem Investmentbanking (CB&S). Dazu muss man bedenken, dass die Deutsche Bank aufgrund der schlechten Ergebnisentwicklung im Bereich Investmentbanking im vierten Quartal 2012 die Verlustgeschäfte in einen neuen Bereich (NCOU) eingebracht hat.

          Dieser neue Bereich besteht zum allergrößten Teil aus Geschäft, das ursprünglich das Investmentbanking zu verantworten hatte, jetzt aber hohe Milliardenverluste verursacht. Zusammengezählt haben das Investmentbanking der Deutschen Bank und NCOU einen Verlust (vor Steuern) von 40 Millionen Euro im Jahr 2012 und 243 Millionen Euro im Jahr 2013 gebracht, bei Bonuszahlungen an beide Bereiche von 2,25 Milliarden Euro für 2012 und 2,19 Milliarden Euro für 2013. Im ersten Quartal 2014 hat die Deutsche Bank erneut Geschäfte der Investmentbank mit einem Verlust von 191 Millionen Euro an NCOU abgegeben.

          Seit Januar 2014 gilt die europäische CRD-IV-Richtlinie für Banken, die das Verhältnis zwischen fester und variabler Vergütung von Mitarbeitern auf eins zu eins beschränkt, bei einem Hauptversammlungsbeschluss auf eins zu zwei. Da der Vorstand die bisherige Gesamtvergütung aufgrund der vernachlässigbaren Rendite in 2012/13 offenbar als Mindestvergütung ansieht, sieht der TOP 8 der diesjährigen Hauptversammlung eine Erhöhung der Grundvergütung der KO-Vorsitzenden auf je das 2,6-Fache (eins zu eins) beziehungsweise von 2,3 Millionen Euro auf 5,9 Millionen Euro oder das 1,65-Fache (eins zu zwei) vor.

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