https://www.faz.net/-gqe-897v6

Kommentar : Der unsichtbare Cryan

Der britische Co-Chef der Deutschen Bank war bisher kaum zu sehen. Selbst jetzt mit der neuen Strategie scheut Cryan die Öffentlichkeit. Auf die 100-Tage-Schonfrist kann er sich nicht mehr berufen.

          1 Min.

          Der neue Ko-Vorstandsvorsitzende John Cryan hat viele und richtige Akzente bei der Deutschen Bank gesetzt. Die Bilanz wird durch Milliardenabschreibungen bereinigt, die Strukturen in den Kerngeschäftsfeldern neu geordnet und im Vorstand ein personeller Neuanfang durchgesetzt. Am Donnerstag in einer Woche wird der Brite dann Einzelheiten zur neuen Strategie vorstellen, wobei das Ausmaß des Stellenabbaus auf das größte Interesse stoßen dürfte.

          Der Tag wäre auch ein guter Anlass, dass sich Cryan in einer Pressekonferenz der deutschen Öffentlichkeit zeigt. Doch davon hält er nichts. Die Medienvertreter müssen sich mit einer Telefonkonferenz am für sie ungünstigen späten Nachmittag begnügen. Auf die Schonfrist der ersten 100 Tage kann sich Cryan nicht mehr berufen, denn er ist seit dem 1. Juli im Amt. Den Vorstandsvorsitz allein wird er erst ab dem 19. Mai 2016 einnehmen. Dann scheidet mit der Hauptversammlung Jürgen Fitschen aus.

          Möglicherweise ist das die Erklärung, warum Cryan die neue Strategie zusammen mit Finanzvorstand Marcus Schenck nur auf einer Telefonkonferenz präsentiert und nicht im breiten Rampenlicht der deutschen Presse. Denn dann dürfte offensichtlich werden, dass Fitschen als zweiter Ko-Vorstandsvorsitzender nicht mehr allzu viel zum Kurs der Deutschen Bank beitragen kann.

          Weitere Themen

          Corona-Einschränkungen spalten Alt und Jung

          Umfrage : Corona-Einschränkungen spalten Alt und Jung

          Die Lockerungspläne in Thüringen erregen die Gemüter. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass junge Menschen vor allem berufliche Einschränkungen ablehnen – während die Maßnahmen wirtschaftlich eine andere Gruppe besonders hart treffen.

          Topmeldungen

          Altbundeskanzler Gerhard Schröder (r, SPD) mit Bela Anda, seinem früheren Regierungssprecher, in seiner Anwaltskanzlei bei der Aufzeichnung seines neuen Podcasts

          Liveblog zum Coronavirus : Schröder zu Protesten: „Idioten gab es immer“

          Bundesregierung und Lufthansa sollen sich auf milliardenschwere Staatshilfen geeinigt haben +++ 147 Schlachthof-Mitarbeiter in den Niederlanden infiziert +++ RKI vermeldet 289 Neuinfektionen und 10 Tote in Deutschland +++ Amerika verhängt Einreisebeschränkungen gegen Brasilien +++ Alle Entwicklungen im Liveblog.
          Aufgeheizte Stimmung: Demonstrationen in Frankfurt gegen die Corona-Verordnungen (Symbolbild).

          Folgen der Corona-Regeln : Die große Gereiztheit

          Die Corona-Beschränkungen erscheinen vielen als willkürlich oder übertrieben. Manche sind es auch. Doch im Kampf gegen die Pandemie braucht es Regeln, auch wenn sie den Zusammenhalt unserer Gesellschaft auf eine harte Probe stellen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.