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Wütender Deutsche-Bank-Chef : „Gehe davon aus, dass die Kollegen meinen Anruf nicht vergessen werden“

Unter Druck: Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing Bild: dpa

Am Montag haben sich Mitarbeiter der Deutschen Bank in London Maßanzüge von einem Nobelschneider anpassen lassen. Nun haben sie den Ärger von Konzernchef Sewing über ihre Aktion zu spüren bekommen.

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          Die Mitarbeiter der Deutschen Bank, die sich am Montag in der Londoner Niederlassung von einem Nobelschneider Maßanzüge anpassen ließen, haben den Ärger des Vorstandsvorsitzenden Christian Sewing zu spüren bekommen. Die Deutsche Bank hatte an diesem Tag auch in London damit begonnen, den ersten Mitarbeitern im Aktienhandel zu kündigen, weil sie ihn einstellt. Dass jemand an so einem Tag einen Schneider kommen lasse, sei respektlos, sagte Sewing. „Dieses Verhalten steht in keiner Weise im Einklang mit unseren Werten“, beteuerte er im „Handelsblatt“.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Auf die Frage, ob der Vorfall Konsequenzen haben werde, antwortete Sewing: „Wenn Sie es als Konsequenz ansehen, dass der Vorstandschef persönlich bei den Kollegen anruft und mit ihnen darüber spricht, dann ja. Ich gehe jedenfalls davon aus, dass die beiden Kollegen meinen Anruf nicht vergessen werden.“ Die Deutsche Bank hatte am Sonntag mitgeteilt, dass sie 18.000 und damit jede fünfte Vollzeitstelle bis 2022 streicht. Der Großteil wird an den Investmentbankingstandorten in New York, London und Asien wegfallen. Aber auch in Deutschland könnten dem Vernehmen nach 6000 Stellen von 39.000 Vollzeitstellen gestrichen werden. Sewing bestätigte diese Zahl nicht, verwies aber darauf, dass in der Gesamtzahl von 18.000 schon die Stellen enthalten sind, die durch die nun endlich vorangetriebene Integration der 2009 erworbenen Postbank vereinbart wurden.

          Fusionen oder größere Übernahmen peilt Sewing in den kommenden drei Jahren nicht an. „Es bringt nichts, jetzt über einen dritten oder vierten Fusionsanlauf mit der Commerzbank zu sprechen. Wir haben uns für diesen Alleingang entschlossen, jetzt lassen Sie uns bitte erst mal machen“, sagte er. „Wenn es dann zu einer Konsolidierung kommen sollte, fände ich europäische Zusammenschlüsse logischer als nationale. Aber das ist Zukunftsmusik.“

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