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Nach Aufsichtsrat-Entscheidung : Deutsche-Bank-Chef: Weiterer Stellenabbau „unvermeidlich“

  • Aktualisiert am

John Cryan Bild: dpa

Die Deutsche Bank will acht Milliarden Euro Kapital aufnehmen und die Postbank integrieren. Bankchef John Cryan erklärt, was das für die Arbeitnehmer bedeutet.

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          Am Sonntagnachmittag machte der Aufsichtsrat der Deutschen Bank den Weg frei für eine acht Milliarden Euro umfassende Kapitalerhöhung. Zwei Vorstände wurden befördert zu Stellvertretern des Bankchefs John Cryan. Außerdem wird die Deutsche Bank die Postbank behalten – auch langfristig.

          Was das auch bedeutet, sagte Cryan nun, einen Tag später, ziemlich deutlich. Die Integration der Postbank in das Privat- und Geschäftskundengeschäft werde eine „schwierige“ Phase, sagte er dem amerikanischen Finanzsender CNBC. Ein weiterer Stellenabbau sei „unvermeidlich“. Cryan betonte: „Es wird ein schwieriger Integrationsprozess in Deutschland, aber Deutschland ist das einzige Land, auf das das zutrifft.“

          Die Deutsche Bank soll deutscher werden – unser Leitartikel.

          Cryan fügte hinzu, dass es noch keine konkreten Zahlen gebe, wie viele Arbeitsplätze durch die nun getroffenen Entscheidungen wegfallen sollen. Er wies darauf hin, dass ein Sparprogramm ohnehin schon laufe, infolgedessen Filialen geschlossen und in der Zentrale Stellen wegfallen sollen. Wenn das vorbei sei, werde die Bank einen Plan für den nun beschlossenen Integrationsschritt entwickelt haben.

          Zuvor hatte die Gewerkschaft Verdi angemahnt, Arbeitsplätze zu erhalten. „Grundsätzlich ist das Bekenntnis zum deutschen Markt und das damit verbundene Bekenntnis zur Postbank aus Sicht der Beschäftigten zu begrüßen“, erklärte der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske. Die Pläne böten die Chance, das Geschäft in Deutschland erfolgreich weiterzuführen und damit die Arbeitsplätze der Beschäftigten langfristig zu sichern. Es gelte jetzt, den Prozess mit Sicherheiten für die Mitarbeiter zu flankieren. Dabei komme dem tariflichen Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen entscheidende Bedeutung zu. Dies habe für die Gewerkschaft „oberste Priorität“, betonte Bsirske.

          Die Postbank soll wieder voll ins Privatkundengeschäft integriert werden, hatte die Deutsche Bank zuvor angekündigt. Gleichzeitig soll ein Teil der Vermögensverwaltung an die Börse gebracht werden. Das Investmentbanking – der Handel sowie das Beratungs- und Finanzierungsgeschäft – werden wieder in eine Sparte zusammengeführt. Rund acht Milliarden Euro will Deutschlands größtes Geldhaus am Markt einsammeln, um seine vergleichsweise dünne Kapitaldecke zu stärken.

          An der Börse fiel der Aktienkurs der Deutschen Bank an diesem Montag zu Handelsbeginn um ungefähr 6 Prozent. Der Aktienindex Dax notierte nur leicht schwächer verglichen mit dem Freitag der vergangenen Woche.

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