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Deutsche Bank : Bühne frei für Börsig und Ackermann

Clemens Börsig (li.) und Josef Ackermann Bild: dpa

Deutsche-Bank-Chef Ackermann erwartet keine rasche Erholung der Konjunktur. „Auch 2009 wird kein einfaches Jahr“, sagte er auf der Hauptversammlung in Frankfurt. Einen offenen Machtkampf zwischen Ackermann und Börsig gibt es allerdings nicht vor den Aktionären. Stattdessen verteidigt der Aufsichtsrat seinen Chef.

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          Die Deutsche Bank stellt sich auf ein unverändert schwieriges Jahr ein. Vorstandschef Josef Ackermann erwartet keine rasche Erholung der Konjunktur. „Auch 2009 wird kein einfaches Jahr“, sagte der Schweizer auf der Hauptversammlung in Frankfurt. Einen offenen Machtkampf zwischen Ackermann und Aufsichtsratschef Clemens Börsig gibt es allerdings nicht vor den Aktionären. Stattdessen verteidigt der Aufsichtsrat seinen Chef gegen Kritik.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Aufsichtsrat habe bei der Suche nach einem Nachfolger für Bankchef Josef Ackermann zwar durchaus alle Alternativen bedacht - bis hin zu der Notwendigkeit, „Börsig in die Pflicht zu nehmen“, sagte Aufsichtsrat Tilman Todenhöfer bei der Hauptversammlung. Börsig habe jedoch deutlich gemacht, „dass er in dieser Hinsicht keinerlei Ambitionen hat, sondern Vorsitzender des Aufsichtsrates bleiben möchte“. Börsig habe während des gesamten Prozesses „keine eigenen Ziele verfolgt“, betonte der Vorsitzende des mit Personalfragen betrauten Präsidialausschusses des Aufsichtsrates.

          Zur Erinnerung: Am Abend des 27. April teilte der Aufsichtsrat mit, dass Ackermann seinen Vertrag um drei weitere Jahre bis Mai 2013 verlängern wird.

          Bild: F.A.Z.

          Börsig vor dem Rücktritt?

          Ursprünglich wollte der 61 Jahre alte Ackermann auf der Hauptversammlung am 27. Mai 2010 zurücktreten. Doch die Suche nach einem geeignetem Nachfolger, die die Aufgabe des Aufsichtsratschefs Börsig war, gestaltete sich schwierig. Kurzerhand soll sich Börsig dazu entschlossen haben, selbst vom Aufsichtsratsvorsitz auf den Vorstandsvorsitz zu wechseln. Doch der 60 Jahre alte frühere Finanz- und Risikovorstand fand für seine eigene Rückbeförderung ins operative Geschäft nicht die Rückendeckung der institutionellen Investoren und der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat. Als Lösung des Führungsdebakels bleibt Ackermann nun weiterhin im Chefsessel von Deutschlands größter Bank.

          Von einer Demontage des Aufsichtsratsvorsitzenden spricht Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Die Instrumente zu dieser Demontage habe Börsig selbst geliefert, denn er habe auf der Suche nach einem Nachfolger für Ackermann mehr als unglücklich agiert. Nieding erwartet, dass Börsig noch die Hauptversammlung leiten und dann nach einer Schamfrist seinen Rücktritt erklären wird.

          Schwierige Suche nach einem Nachfolger

          Per Gerichtsbeschluss könnte die Deutsche Bank dann einen neuen Aufsichtsrat für den frei werdenden Sitz bestellen oder gleich einen der stellvertretenden Mitglieder in das Gremium aufrücken lassen. Doch wer soll Börsigs Nachfolger werden? Die Suche, zumal in diesem Fall unter Zeitdruck, dürfte sich noch schwieriger gestalten als die in der Personalie Ackermann. In Medienberichten fiel der Name des früheren SAP-Vorstandschefs Henning Kagermann. Dieser hätte den Aufsichtsratsvorsitz übernommen, wenn Börsig auf Ackermanns Posten gewechselt wäre. Demnach soll Börsig damit gerechnet haben, bereits auf dieser Hauptversammlung das Zepter übernehmen zu können. Angeblich wäre Ackermann dazu bereit gewesen, um einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen. Allerdings gibt es keine öffentlichen Aussagen Ackermanns, die darauf schließen lassen, dass er bereit gewesen wäre, ein Jahr früher als geplant zurückzutreten.

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