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Deutsche Bank : Betriebsräte fordern Rücktritt von Anshu Jain

„Wind of Change? Wind of Jain?“ heißt es auf den von den Betriebsräten unterzeichneten Flugblättern. Bild: Frank Röth

Nach der schlechten Zustimmung für den Vorstand der Deutschen Bank bei der jüngsten Hauptversammlung ertönt Protest auch aus der Belegschaft: Betriebsräte fordern indirekt den Rücktritt mehrerer Mitglieder des Vorstands.

          Die Kritik an der Führung der Deutschen Bank reißt nicht ab. Nun wird auch innerhalb der Belegschaft der Protest lauter. In der Frankfurter Zentrale haben Betriebsräte nun Flugblätter ausgelegt, in denen sie indirekt den Rücktritt des Ko-Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain und anderer Mitglieder des Vorstands fordern. Unter der Überschrift „Wind of Change? Wind of Jain?“ kritisieren sie den schlechten Zustand der Bank und das angeschlagene Bild in der Öffentlichkeit: „Ein radikaler Neuanfang gäbe uns hier Glaubwürdigkeit zurück und könnte eine echte Aufbruchstimmung erzeugen“, heißt es in dem Schreiben.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Unterzeichnet haben das Papier Wolfgang Heibach, Vorsitzender des Betriebsrats der Zentrale, und sein Stellvertreter, Tobias Jösch. Sie vertreten die Interessen der 2500 Mitarbeiter in den Frankfurter Doppeltürmen. Allerdings soll auch innerhalb dieser Betriebsratsgruppe die Flugblattaktion umstritten sein. Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Alfred Herling, sagte dieser Zeitung, dass das Flugblatt nicht mit anderen Betriebsräten abgestimmt worden sei, betonte aber, dass eine solche Abstimmung der einzelnen Gruppen untereinander auch nicht nötig sei.

          Auf der Hauptversammlung in der vorigen Woche hatten die beiden Vorstandsvorsitzenden Jain und Jürgen Fitschen wie auch die übrigen Vorstandsmitglieder historisch schlechte Zustimmungsquoten erhalten. Auch auf diese schlechten Ergebnisse gehen die Betriebsräte in ihrem Flugblatt ein und bezeichnen sie als Misstrauensvotum der Aktionäre. „In der Politik hat es schon für Weniger Rücktritte gegeben“, so die Verfasser.

          Auch der Konzernbetriebsratsvorsitzende Herling sagte in dem Zusammenhang: „Nach diesem unbefriedigenden Abstimmungsergebnis auf der Hauptversammlung ist der gesamte Vorstand in der Pflicht, das Vertrauen in die Bank wieder zu verbessern.“ Das würden auch die Mitarbeiter erwarten.

          Den Weggang des bisherigen Privatkundenvorstands Rainer Neske bedauern die Flugblatt-Verfasser als „herben Schlag vor allem für das Standing unseres Hauses“. Die Strategie 2020 sei nun demaskiert als Stärkung des Investmentbankings zulasten des Privatkundengeschäfts.

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