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Neue Köpfe, weniger Leute : So plant die Deutsche Bank die Zukunft des Investment-Bankings

Die Türme der Deutschen Bank in Frankfurt, Hessen. Bild: AFP

Das größte deutsche Geldhaus vermeldet wichtige Personalien für ihr Investment-Banking. Gleichzeitig gibt sie nach F.A.Z.-Informationen klare Signale für die Zukunft des umstrittenen Geschäftsfelds.

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          Die Deutsche Bank hat die zweite Führungsebene im Investmentbanking neu besetzt. Wie aus einer der F.A.Z. vorliegenden internen Mitteilung hervorgeht, werden den Bereich unterhalb des Vorstands Ram Nayak und Mark Fedorcik im Range von Ko-Präsidenten leiten. Sie werden beide an Garth Ritchie berichten, der im Vorstand die Unternehmens- und Investmentbank verantwortet. Der Südafrikaner kündigte in der internen Mitteilung an, die Kosten noch schneller zu senken als bisher geplant.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Diese Aussage dürfte die Nervosität im Investmentbanking der Deutschen Bank erhöhen, denn hier dürften Tausende Stellen wegfallen. Vor allem das amerikanische Wertpapierhandelsgeschäft soll deutlich verkleinert werden. Von den 97.500 Mitarbeitern der Deutschen Bank sind gut 41.000 der Unternehmens- und Investmentbank zuzuordnen. Nach den Worten von Ritchie sind klare Verantwortlichkeiten nötig, um schnellere Entscheidungen zu treffen. Aus diesem Grund sei die Führungsstruktur in diesem Bereich deutlich verkleinert worden.

          Umfasste das Gremium früher mehr als 30 Köpfe, sind es nun weniger als 20. Nayak, der bislang von London aus den Anleihehandel leitete, wird künftig das Risikomanagement, den Einsatz von Ressourcen und die strategische Ausrichtung verantworten. Damit wird er auch darüber entscheiden, wie viel Kapital und wie viele Mitarbeiter auf die verschiedenen Bereiche entfallen. Diese Aufgaben hat er auch schon in den vergangenen Jahren wahrgenommen. Der Amerikaner Fedorcik wird das Geschäft mit amerikanischen Unternehmenskunden verantworten und neben Nayak ebenfalls Ko-Präsident der Sparte sein.

          Für europäische Unternehmenskunden wird weiterhin Alasdair Warren zuständig sein. Neuer Chef des für die Deutsche Bank wichtigen Anleihehandels wird der Grieche Ioannis „John“ Pipilis. Er ist 41 Jahre alt und war ein Vertrauter des früheren Ko-Chefs im Investmentbanking, Colin Fan. Dieser musste die Bank im November 2015 verlassen.

          Damals war Fan vorgeworfen worden, sich mit dubiosen Geschäften bereichert zu haben. Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass sich die Deutsche Bank und der inzwischen für den japanischen Technologiekonzern Softbank tätige Fan auf einen Vergleich geeinigt haben. Er soll sechs Millionen Dollar erhalten, womit ein Teil einbehaltener Boni vergolten werden dürfte.

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