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Laut Medienberichten : Deutsche Bank beendet Zusammenarbeit mit Donald Trump

  • Aktualisiert am

Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten, spricht im Weißen Haus. Bild: dpa

Die Deutsche Bank will laut Medienberichten keine Geschäfte mehr mit Donald Trump machen. Er schuldet der Bank mehr als 300 Millionen Dollar. Auch andere Unternehmen ziehen sich zurück.

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          Nun wollen auch Banken ihre Geschäfte mit Donald Trump beenden. Nach den tödlichen Ausschreitungen im Kapitol am Mittwoch ziehen sich mehrere Unternehmen von Trump und dessen Unternehmen zurück. Medienberichten zufolge soll die Deutsche Bank beschlossen haben, keine weiteren Geschäfte mit Trump und seinen Firmen zu machen. Der Nachrichtendienst Bloomberg und die Zeitung „New York Times“ berichten dies und nennen als Quelle eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

          Die Deutsche Bank äußerte sich auf Anfrage nicht, ob sie künftig nicht mehr mit Donald Trump, seinen Unternehmen oder seiner Familie zusammenarbeiten will. „Wir geben hierzu keinen Kommentar“, teilte das Unternehmen mit. Die Deutsche Bank hat zwei Jahrzehnte mit Trump Geschäfte gemacht. Er schuldet der Bank mehr als 300 Millionen Dollar, die in den nächsten Jahren fällig werden.

          Offen kündigte die New Yorker Signature Bank an, alle Verbindungen zu kappen und forderte seinen Rücktritt. Signature, die seit langem mit seiner Familie verbunden war, schließt zwei persönliche Konten, auf denen Trump etwa 5,3 Millionen Dollar hielt, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag. In einer Erklärung teilt die Bank mit: „Wir glauben, dass die angemessene Maßnahme der Rücktritt des Präsidenten der Vereinigten Staaten wäre, was im besten Interesse unserer Nation und des amerikanischen Volkes ist.“

          Ende der Zusammenarbeit

          Die Kreditinstitute folgen damit Social-Media-Unternehmen und anderen Firmen, die Beziehungen zum Präsidenten aussetzen, nachdem er die Teilnehmer einer Veranstaltung vergangene Woche ermutigt hatte, auf das Kapitol zu marschieren. Sie stürmten daraufhin das Gebäude und unterbrachen die offizielle Bestätigung von Joe Biden als künftigem Präsidenten der Vereinigten Staaten. Mindestens fünf Menschen starben in dem Chaos und unmittelbar danach.

          Die Signature Bank war Trump und anderen in seinem Umfeld, wie Ivanka Trump, Jared Kushner und Michael Cohen, eng verbunden. Im Jahr 2011 berief die Bank Ivanka in ihren Vorstand, die aber ein paar Jahre später wieder zurücktrat.

          Im vergangenen November schon gab es Medienberichte, wonach die Deutsche Bank einen Weg sucht, um ihre Geschäftsbeziehungen zu Trump zu beenden. Demnach spielte das Frankfurter Finanzinstitut die Möglichkeiten durch, was eine Wiederwahl Trumps für dessen Kredite bedeuten würde. In dem Fall hätte die Bank die Laufzeit wohl verlängert. Dadurch, dass Trump nicht wiedergewählt worden ist, spielt dies wohl keine Rolle mehr. Da Trump persönlich für die Kredite bürgt, könnten seine Vermögenswerte beschlagnahmt werden, wenn er sie nicht zurückzahlen kann.

          Die Deutsche Bank erklärte vergangenen Monat, dass Trumps langjährige Bankerin zurückgetreten ist. Rosemary Vrablic, die im Bereich Private Banking tätig war, war für die Kundenbeziehungen der Bank zu Trump zuständig. Im Verlauf der Jahre hatte das Kreditinstitut Trump Kredite im Volumen von mehreren Hundert Millionen Dollar gewährt. Diese Beziehung setzte das Kreditinstitut während der Präsidentschaft von Trump dem Druck von Politikern und Staatsanwälten aus, Informationen dazu zu veröffentlichen.

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