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Deutsche Bank baut um : Sal. Oppenheim streicht 330 Stellen

  • Aktualisiert am

Privatbankiers seit 1789 - heute gehört Sal. Oppenheim zur Deutschen Bank Bild: dapd

Die Kölner Traditionsbank muss abspecken, weil sie in den Augen der Deutschen Bank nicht genug Rendite erzielt. Vier Niederlassungen in Deutschland werden geschlossen.

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          Der Kahlschlag bei der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim ist besiegelt: Bis Ende des Jahres 2014 sollen 330 Vollzeitstellen wegfallen, teilte die Tochtergesellschaft der Deutschen Bank nach monatelangen Verhandlungen mit dem Betriebsrat mit. Das sind mehr als ein Drittel aller Arbeitsplätze des Traditionshauses, das die Renditeerwartungen der Muttergesellschaft bislang nicht erfüllt, weil die Kosten aus dem Ruder laufen. Seit November war klar, dass ein Jobabbau „in signifikantem Umfang“ ansteht, jetzt nimmt er konkrete Formen an. Er soll möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen vonstattengehen und betrifft vor allem Verwaltungs- und IT-Einheiten. Vier Niederlassungen in Deutschland werden geschlossen: Bielefeld, Hannover, Bremen und Stuttgart.

          „Uns ist bewusst, dass die Umsetzung des nun vereinbarten Personalabbaus für alle Beteiligten ein schmerzhafter Prozess sein wird“, erklärte der neue Sal. Oppenheim-Chef Wolfgang Leoni, der seit April das Haus führt. Sein Vorgänger Wilhelm von Haller, den die Deutsche Bank Ende des Jahres 2009 zur damals gerade übernommenen Oppenheim-Bank entsandt hatte, kehrte unlängst zur Deutsche Bank selbst zurück.

          Die mehr als 220 Jahre alte Privatbank Sal. Oppenheim war an ihrem Engagement bei dem Pleite gegangenen Handelskonzern Arcandor fast zugrunde gegangen und wurde von der Deutschen Bank aufgefangen. Nach mehreren Jahren harter Restrukturierung schreibt das Kölner Haus zwar wieder Mini-Gewinne - sie reichen der Deutschen Bank aber nicht. Leoni muss nun Doppelfunktionen auflösen und Sal. Oppenheim abspecken. Er setzt darauf, dass viele Mitarbeiter einer Aufhebung ihrer Verträge per Abfindung zustimmen. Die Gespräche laufen jetzt an.

          Weitere 90 Mitarbeiter sollen zur Deutschen Bank und anderen Servicegesellschaften wechseln. Am Ende dürfte Sal. Oppenheim dann noch rund 450 Leute beschäftigten - zuletzt waren es 870, in den Boomzeiten sogar weit mehr als 2000. Damals gehörte allerdings auch noch das Investmentbanking dazu, das längst abgestoßen ist.

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