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Deutsche Bank : Aktionäre verpassen Jain und Fitschen Denkzettel

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Die Doppelspitze der Deutschen Bank: Anshu Jain (l.) und Jürgen Fitschen Bild: Frank Röth

Eine herbe Niederlage für die beiden Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank Anshu Jain und Jürgen Fitschen: Auf der Hauptversammlung in Frankfurt stimmten nur 61 Prozent der Aktionäre für deren Entlastung.

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          Die Aktionäre der Deutschen Bank haben das Führungsduo und die restlichen Vorstände deutlich abgestraft. Auf der Hauptversammlung in Frankfurt stimmten am Donnerstagabend nur 61 Prozent der Anwesenden für eine Entlastung der zuletzt heftig in der Kritik stehenden Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain und Jürgen Fitschen. Das teilte Aufsichtsratschef Paul Achleitner am Abend mit.

          Auch der scheidende Privatkundenvorstand Rainer Neske erhielt nur marginal mehr Zustimmung als die übrigen Mitglieder. Bei der Abstimmung enthielten sich fast ein Zehntel der anwesenden Abstimmungsberechtigten. Üblich sind bei Hauptversammlungen in Deutschland Zustimmungsraten von 95 Prozent und mehr.

          Achleitner hatte über die Vorstandsmitglieder einzeln abstimmen lassen, nachdem einige Großinvestoren massive Kritik an den bisherigen Ergebnissen der Führungsmannschaft geübt hatten. Einflussreiche Aktionärsberater wie ISS und Hermes hatten verschiedenen Fonds im Vorfeld empfohlen, den Vorstand nicht zu entlasten.

          Bei der Entlastung stimmen die Aktionäre über die Arbeit der Manager im abgelaufenen Geschäftsjahr ab. Abberufen könnte sie aber nur der Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat selbst wurde mit 91,5 Prozent entlastet.

          Chefkontrolleur Achleitner hatte erst am Vorabend des Aktionärstreffens einen Umbau des Vorstands auf den Weg gebracht, bei dem Jain gestärkt wurde, sein Co-Chef Jürgen Fitschen dagegen an Zuständigkeiten verliert. Privatkunden-Chef Rainer Neske, der vergeblich gegen die Trennung von der Postbank gekämpft hatte, wird die Deutsche Bank nach 25 Jahren zum 30. Juni verlassen.

          An dem langjährigen Chef-Investmentbanker Jain entzündete sich unter den Aktionären die meiste Kritik. Großinvestoren wie Kleinanleger werfen ihm vor, eine Mitschuld daran zu tragen, dass die Bank stark belastet wird durch teure Rechtsstreitigkeiten.

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