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Das war anders geplant : Die Bahn wird wieder unpünktlicher

  • -Aktualisiert am

Ein ICE auf der Neubaustrecke München-Berlin. Bild: dpa

Im vergangenen Jahr ist die Pünktlichkeitsquote leicht gesunken. Trotzdem sind so viele Menschen mit der Bahn unterwegs wie noch nie. Auf einer neuen Strecke läuft es besonders gut.

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          Mit einem Rekordumsatz, einem Zuwachs des Gewinns und abermals mehr Fahrgästen im Fernverkehr hat die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr ihre wirtschaftlichen Ziele erreicht – und ist doch nicht ganz zufrieden. „Die erfreulichen Zahlen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir bei Qualität und Pünktlichkeit nachlegen müssen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Richard Lutz an diesem Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Berlin.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Anders als geplant sank die Pünktlichkeitsquote, von 78,9 Prozent 2016 auf 78,5 Prozent 2017. Das ärgert den Bahnchef nach eigenem Bekunden. Er versprach Besserung für das laufende Jahr. Die durchschnittliche Pünktlichkeit soll auf 82 Prozent steigen. Mit Blick auf die ersten Monate dieses Jahres müsse man „aber noch ordentlich zulegen – gar keine Frage“.

          Es sind unter anderem die zahlreichen Baustellen, die die Züge ausbremsen. Die Konzernführung will sie besser koordinieren. Mit dem 2017 eingerichteten „Lagezentrum Bau“ habe man sehr gute Erfahrungen gemacht, sagte Lutz. Deshalb sei ein zusätzliches „Lagezentrum Pünktlichkeit“ eingerichtet worden. Ähnlich wie im Baustellenmanagement erwarte man hier durch die Zusammenarbeit mit allen Eisenbahnverkehrsunternehmen und Aufgabenträgern weitere Optimierungen.

          ICE-Sprinter sprintet

          Auf den weiten Strecken reisen unterdessen so viele Menschen mit der Bahn wie noch nie. Im Schienenpersonenfernverkehr stieg die Zahl der Passagiere im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Millionen auf mehr als 142 Millionen. Das sei der dritte Fahrgastrekord in Folge, betonte Lutz. Auch sei die Zahl aller Reisenden in den Zügen und Bussen der DB signifikant nach oben gegangen, um mehr als 5 Prozent auf knapp 4,7 Milliarden. Gut entwickelte sich den Angaben zufolge zudem der Regionalverkehr. Dort, wo die Deutsche Bahn – anders als im Fernverkehr – mit zahlreichen Wettbewerbern um die Kundschaft buhlt, spürt DB Regio Aufwind. Die Tochtergesellschaft gewann 74 Prozent der neu vergebenen Leistungen. Das DB-Fazit: Noch nie zuvor waren mehr Züge im deutschen Schienennetz unterwegs.

          Besonders gut läuft inzwischen die Verbindung von München nach Berlin, die mit technischen Startschwierigkeiten zu kämpfen hatte. „Unsere neue Schnellfahrstrecke brummt“, sagte Lutz. Zwischen den beiden Städten seien seit dem Start im Dezember mehr als doppelt so viele Reisende wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum unterwegs. „In den ersten hundert Tagen können wir mehr als eine Million Fahrgäste verzeichnen“, betonte der Bahnchef.

          Und auch die Pünktlichkeit auf der Strecke ist überdurchschnittlich. Vor allem dank des europäischen Zugsicherungssystems ETCS, das anfangs für die Probleme sorgte, erreichen die ICE-Sprinter inzwischen durchschnittlich Werte von rund 90 Prozent. Die Züge seien darüber hinaus hervorragend ausgelastet – um ein Fünftel mehr als die übrigen Fernverkehrszüge, hieß es. „Auf dieser Strecke zeigen wir, wie viel Potential im System Bahn steckt“, resümierte Lutz.

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