https://www.faz.net/-gqe-97mlu

„Gefühle verletzt“ : Doch kein „Anne Frank“ auf ICEs

  • Aktualisiert am

Ein neuer ICE4 in Frankfurt Bild: Helmut Fricke

Die Bahn wollte die neuen ICE-Züge nach historischen Persönlichkeiten benennen – darunter Anne Frank. Daraufhin war die Empörung groß. Jetzt knickt die Bahn ein.

          Die Deutsche Bahn will ihre neuen ICE4-Züge nach Kritik nun doch nicht nach historischen Persönlichkeiten benennen. Das sagte ein Bahnsprecher am Mittwoch. Im vergangenen Herbst hatte es empörte Reaktionen gegeben, weil einer der Züge den Namen Anne Franks tragen sollte. Das jüdische Mädchen, dessen Tagebuch später weltberühmt wurde, war 1944 in Konzentrationslager verschleppt worden, sie starb 1945 im Alter von 15 Jahren in Bergen-Belsen. Ihre Tagebücher werden heute auf der ganzen Welt gelesen.

          „Wir müssen einräumen, dass wir das Thema leider falsch eingeschätzt und damit Gefühle verletzt haben“, sagte der Bahnsprecher. Die Verstrickung von Reichsbahn und NS-Staat sei ein „dunkles Kapitel in der Geschichte der Eisenbahn“. Statt nach Personen sollen die Züge demnach nach deutschen Regionen, Flüssen oder Bergen benannt werden. Ein ICE4, der schon vor dem vergangenen Herbst nach dem Reformator Martin Luther benannt worden war, werde seinen Namen behalten.

          Darüber hinaus sollen weitere Projekte der Erinnerungsarbeit angestoßen werden. Dafür sei man in Gesprächen mit verschiedenen Trägern, darunter auch die Anne-Frank-Stiftung.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Demonstranten gehen in Hongkong am Donnerstagabend abermals auf die Straße, um gegen die geplanten politischen Reformen zu protestieren.

          Proteste in Hongkong : Der rasante Verfall der Meinungsfreiheit

          China übt druckt auf jedes Unternehmen aus, das die Hongkonger Demonstranten unterstützt. Unter den Mitarbeitern der Fluglinie Cathay Pacific herrschen inzwischen Angst und Misstrauen.

          Fed-Präsident Jerome Powell : Trumps Buhmann

          Jerome Powell lenkt die mächtigste Zentralbank der Welt. Der Fed-Chef schlägt eine fast aussichtslose Schlacht – auch gegen seinen eigenen Präsidenten. Nun warten Anleger und Politiker in der ganzen Welt auf eine Rede von ihm.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.