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Deutsche Bahn : Mit 100 Prozent Ökostrom im Fernverkehr unterwegs

  • Aktualisiert am

Im kommenden Jahr soll der Fernverkehr komplett klimaneutral aufgestellt sein. Bild: ZB

In puncto Klimaschutz gilt die Deutsche Bahn als vorbildlich. Jetzt hat sie angekündigt, ihren Ökostromanteil bis 2030 auf 70 Prozent zu erhöhen. Und nicht nur die Züge sollen CO2 einsparen.

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          Die Deutsche Bahn will den Anteil von Ökostrom von derzeit 42 Prozent bis zum Jahr 2030 auf 70 Prozent erhöhen. Alle Passagiere im Fernverkehr würden ab 2018 sogar mit 100 Prozent Ökostrom fahren. Bisher galt dies nur für Bahncard-Kunden. Zugleich kündigte das Unternehmen als größter Stromverbraucher Deutschlands an, den Ausstoß des Treibhausgases CO2 nochmals zu senken. Damit wolle man „der besonderen Verantwortung auch für die Umwelt“ gerecht werden, sagte Bahn-Vorstandschef Richard Lutz am Montag in Berlin mit Blick auf die Weltklimaschutzkonferenz Mitte November in Bonn.

          Die Bahn hat sich nun zum Ziel gesetzt, im Zeitraum bis 2030 den CO2-Ausstoß insgesamt bei vergleichbarem Stromverbrauch um mindestens 50 Prozent im Vergleich zu 2006 zu verringern. Dies gelte für Züge, aber auch für die weltweite Spedition Schenker (Lkw, Schiff, Flugzeug), die für den größeren Teil des CO2-Ausstoßes verantwortlich ist. In absoluten Zahlen bedeute das, neun Millionen Tonnen CO2 weniger in die Umwelt abzugeben, sagte Lutz. Bislang wollte die Bahn bis zum Jahr 2020 eine Senkung von 30 Prozent schaffen. Bis zum vergangenen Jahr seien im Vergleich zu 2006 bereits 25 Prozent verwirklicht worden, berichtete der Bahnchef.

           "Das ist ein großer Schritt auf dem Weg zum komplett klimaneutralen Konzern, der wir 2050 sein werden", sagte Lutz. Bislang war geplant, bis 2020 den CO2-Ausstoß um 30 Prozent zu senken. Derzeit hat die Bahn rund 25 Prozent gegenüber 2006 eingespart. Für 2030 hatte die Bahn bislang kein Klimaschutzziel.

          Bei der nötigen Beschaffung von mehr Strom aus erneuerbaren Energien „fokussieren wir uns auf neue Anlagen“, fügte er hinzu. Damit sollen die Strommengen ersetzt werden, die durch auslaufende Kohlestromverträge nicht mehr zur Verfügung stünden.

          In gut zwei Wochen beginnt in Bonn die Weltklimakonferenz, die Deutschland für die Fidschi-Inseln ausrichtet, welche die Präsidentschaft inne hat. Die Konferenz, auf der auch Kanzlerin Angela Merkel sprechen wird, findet parallel zu den Koalitionsgesprächen von Union, FDP und Grünen statt. Der Verkehrssektor steht beim Klimaschutz besonders in der Kritik, da er im Vergleich zu 1990 kein Treibhausgas eingespart hat.

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