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Zusammen mit Elon Musk : Die Bahn fährt im Hyperloop mit

Schneller als 1200 Stundenkilometer soll der Hyperloop einmal fahren. Bild: HyperloopTech.com

Das Rohrtransportprojekt von Tesla-Gründer Elon Musk nimmt Gestalt an. Auch Deutsche spielen dabei wichtige Rollen. Obwohl von ihnen mal andere Töne zu hören waren.

          Dem Hyperloop-Projekt von Tesla-Gründer Elon Musk standen Manager der Deutschen Bahn bislang eher kritisch gegenüber. Mancher zweifelte öffentlich an der Realisierbarkeit der Röhrenbahn, die künftig auf dem Landweg mit Schallgeschwindigkeit unterwegs sein soll. „Das funktioniert doch nie“, ereiferte sich im vergangenen Herbst ein leitender Angestellter während einer Veranstaltung der Nahverkehrssparte des Konzerns, als die Rede auf das futuristische Vorhaben kam.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Inzwischen scheint sich die Einstellung der Bahn dazu grundlegend geändert zu haben. Der Konzern tritt wohl bald selbst als Geschäftspartner des Unternehmens Hyperloop One auf. Während einer Hyperloop-Präsentation in der Wüstenstadt Las Vegas wurden sieben internationale Unternehmen genannt, die mitarbeiten sollen.

          Darunter befindet sich auch die Deutsche Bahn - genauer: die auf der ganzen Welt tätige Tochtergesellschaft DB Engineering & Consulting. In dieser Ingenieursparte des Konzerns beschäftigen sich insgesamt 4000 Mitarbeiter mit Planung, Bauüberwachung, Projektmanagement und Beratung.

          In einer halben Stunde nach LA

          Die Referenzen des Unternehmens reichen von der Verlegung des Fernbahnhofs Hamburg-Altona über Sicherheitspläne für die neue Metro im südindischen Kochi bis zur Betriebsüberwachung der Metro im saudi-arabischen Mekka. Ein Mitarbeiter der Sparte ließ sich mit den Worten zitieren, zwar erscheine der visionäre Ansatz des Hyperloop den Deutschen etwas befremdlich. Wenn sich das System als umsetzbar erweise und erfolgreich getestet worden sei, wäre aber auch die Deutsche Bahn ein guter Betreiber.

          Vor knapp drei Jahren hatte Elon Musk, Vorstandsvorsitzender des Elektroautoherstellers Tesla und des Raumfahrtunternehmens Space X, seine Idee für den Hyperloop vorgestellt. Er hatte ihn als eine Stahlröhre beschrieben, die nach dem Prinzip einer Rohrpost Passagiere in Kapseln mit einer Geschwindigkeit von mehr als 1200 Kilometern je Stunde befördert.

          Damit würde es zum Beispiel möglich sein, die 650 Kilometer lange Strecke zwischen Los Angeles und San Francisco in gut einer halben Stunde zu bewältigen. Musk wollte aber nur Pate für den Hyperloop sein und ihn nicht selbst entwickeln, da er mit seinen Unternehmen ausgelastet sei. Er rief andere dazu auf, die Realisierung der Bahn auf Basis seiner Ideen voranzutreiben.

          Aus diesem Aufruf entwickelt sich nun offenbar ein regelrechtes Wettrennen, in dem auch Deutsche eine wichtige Rolle spielen. Hyperloop One, ein in Los Angeles ansässiges Unternehmen, hat zur Umsetzung seiner Pläne für die Bahn weiteres Kapital von Investoren eingesammelt und eine Reihe von Partnerschaften geschlossen, darunter mit der DB. Daneben gibt es ein zweites Unternehmen namens Hyperloop Transportation Technologies, das eine solche Bahn realisieren will. Hyperloop Transportation Technologies sitzt ebenfalls in Kalifornien und wird von Dirk Ahlborn geführt, einem gebürtigen Berliner.

          Ahlborns Hyperloop Transportation Technologies will noch in diesem Jahr mit dem Bau einer acht Kilometer langen Strecke in Kalifornien beginnen, die nach seiner Vorstellung spätestens Anfang 2019 erstmals Passagiere befördern soll. Kürzlich schloss er eine Abmachung mit der slowakischen Regierung, Pläne für eine Bahn in dem Land zu entwickeln. Erst in dieser Woche teilte das Unternehmen mit, eine Magnetschwebetechnik für sein Projekt lizenziert zu haben.

          Der Rivale Hyperloop One, der bislang Hyperloop Technologies hieß, kündigte derweil an, weitere 80 Millionen Dollar für sein Vorhaben eingesammelt zu haben. Zu den Investoren gehören diverse Wagniskapitalgesellschaften, aber auch die französische Bahngesellschaft SNCF. Auch Auslandsvorhaben wurden angekündigt: So soll eine Machbarkeitsstudie für eine Hyperloop-Strecke zwischen Stockholm und Helsinki erarbeitet werden.

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