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Qualitätsprobleme : Deutsche Bahn stoppt die Abnahme des neuen ICE 4

Schon auf Deutschlands Schienen unterwegs: der neue ICE 4. Bild: dpa

Wegen fehlerhafter Schweißnähte lässt die Deutsche Bahn zunächst keine neuen ICE 4 mehr auf die Gleise. Was bedeutet das für die Kunden?

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          Der Zug ist nagelneu, und schon gibt es Schwierigkeiten: In einigen Modellen des ICE 4, den die Deutsche Bahn als künftiges Rückgrat ihres Fernverkehrs betrachtet, hat der Konzern die Fertigungsqualität beanstandet. Nach Angaben des Unternehmens geht es um einzelne Wagenkastenrohbauten. Die Qualität dort entspreche nicht den vertraglich vereinbarten hohen Anforderungen, teilte das Unternehmen am Donnerstagnachmittag mit.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Konkret wurden an den Zügen fehlerhafte Schweißnähte gefunden, wie eine Sprecherin sagte. Die mangelhafte Fertigungsqualität könnte langfristig zu einem höheren Wartungsaufwand führen, betonte die Bahn und fügte hinzu: „Die Sicherheit der Fahrzeuge ist davon unberührt. Alle ICE-4-Fahrzeuge waren und sind jederzeit sicher.“

          Aktuell keine Beeinträchtigungen für Kunden

          Der ICE 4 ist schon auf der Schiene unterwegs, aber neue Züge werden zunächst nicht mehr aufs Gleis gesetzt. „Bis ein endgültiges Ausbesserungskonzept vorliegt, hat die DB sich entschieden, vorerst keine weiteren ICE-4-Züge mehr vom Hersteller abzunehmen“, hieß es. Aktuell gibt es deswegen jedoch keine Beeinträchtigungen für die Kunden, wurde zugleich betont. Die Bahn forderte die Hersteller Siemens und Bombardier auf, die Wagenkästen auszubessern. Den Angaben zufolge erfolgt der Wagenkastenrohbau durch Bombardier Transportation als Subunternehmer von Siemens. Die betroffenen Fahrzeuge sollen im Rahmen der Gewährleistung ausgebessert werden. „Die Details dazu werden aktuell ausgearbeitet und mit der DB und dem Eisenbahn-Bundesamt abgestimmt.“

          Zum Start des ICE 4 hatte die Deutsche Bahn ihr neues Flaggschiff mit dem Slogan „Mehr Platz, mehr Komfort, mehr Verlässlichkeit“ beworben. Im Dezember 2017 war der Zug nach einer einjährigen Testphase in den Regelbetrieb gegangen. Als erstes fuhr er auf den Strecken Hamburg-München und Hamburg-Stuttgart. Im Februar und im Juni 2018 wurden weitere ICE 4 eingesetzt. Insgesamt 25 Stück wurden bislang ausgeliefert. Die Flotte soll bis zum Jahr 2023 auf insgesamt 119 Züge wachsen. Der Anteil des ICE 4 an der im gesamten ICE-Netz angebotenen Sitzplatzkapazität beträgt dann nach bisherigen Planungen mehr als 40 Prozent. Die Bahn will ihr Fernverkehrsangebot bis zum Jahr 2030 um 25 Prozent erweitern. Künftig wird es 150 ICE-Fahrten mehr am Tag geben. Rund 50 Millionen Kunden sollen im Laufe der Jahre bis 2030 dazugewonnen werden. Ohne ICE 4 wäre diese ganze ambitionierte Planung hinfällig.

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