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Deutsche Bahn : Große Pläne für mehr Klimaschutz

Schwieriges Klima: Bahn-Chef Lutz braucht eine Strategie, der Konzern hat Ärger mit Beraterverträgen. Bild: dpa

Milliarden für mehr Trassen, Mitarbeiter und Züge fehlen. Eine neue Strategie soll jetzt das Kerngeschäft der Bahn stärken und das Klima schützen – so manche Idee klingt aber gar nicht neu.

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          Der Börsengang der Deutschen Bahn ist lange passé, der Traum von der internationalen Marktführerschaft ausgeträumt. Angeschlagen durch die Unzulänglichkeiten des alltäglichen Bahnbetriebs, warten Millionen Kunden, 200.000 Mitarbeiter in Deutschland und die Politik auf eine Ansage des Vorstands, wie die Bahn in Zeiten von Klimaschutz und Verkehrswende besser werden soll. Die „Agenda für eine bessere Bahn“ vom November, die auf mehr Kapazität in der Infrastruktur, mehr Züge und mehr Mitarbeiter setzt, hat Vorstandschef Richard Lutz jetzt zu einem Strategiekonzept ausgebaut. Gerade hat er dem Aufsichtsrat das 173 Seiten starke Papier mit dem Titel „Deutschland braucht eine starke Schiene“ übergeben. Am 18./19. Juni wollen die Aufseher dann mit dem Vorstand darüber beraten.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          In Lutz’ neuer Strategie rückt das Thema Klimaschutz nach oben, das unter seinen Vorgängern Hartmut Mehdorn und Rüdiger Grube allenfalls eine kleine Rolle spielte. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) plauderte schon zu Wochenbeginn Lutz’ Plan aus, den Beitrag des Konzerns zur Verminderung des CO2-Ausstoßes zu erhöhen und ihn nicht erst 2050, sondern schon im Kohleausstiegs-Jahr 2038 ganz auf erneuerbare Energien umzustellen. 2018 lag der Ökostrom-Anteil der Bahn, die 90 Prozent ihrer Verkehrsleistung elektrisch erbringt, bei 57 Prozent. Die besondere Verantwortung der Schiene im Klimawandel soll auch die Herzen der Eisenbahner wärmen, die mit den Ansagen „Börsengang“ und „Logistik-Weltmeister“ fremdelten.

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