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Minus 18 Prozent : Schockprognose für die deutsche Autoindustrie

Die Autoindustrie ist sehr pessimistisch – zentraler Grund ist der andauernde Chipmangel. Bild: AP

Es ist der fünftgrößte Einbruch der Nachkriegsgeschichte: Die Automobilbranche rechnet mit 18 Prozent weniger Neuwagen als im vergangenen Jahr. Sie fällt damit auf den Stand von 1975 zurück.

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          Dass die Autoindustrie wegen des Mikrochipmangels Probleme hat, war bekannt. Dass es so heftig kommt, nicht: Wie eine Sprecherin am Dienstag mitteilte, muss der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) seine Prognose für 2021 drastisch reduzieren. Demnach wird die Autoproduktion in Deutschland in diesem Jahr um 18 Prozent auf nur noch 2,9 Millionen Fahrzeuge zurückgehen. Ursprünglich hatte der VDA für 2021 mit einem Aufschwung der Produktion von 3 Prozent gegenüber 2020 gerechnet, nachdem im vergangenen Jahr die Autoproduktion wegen der Coronakrise um 24,6 Prozent auf 3,5 Millionen Autos geschrumpft war. Im bisherigen Rekordjahr 2016 waren in Deutschland noch nahezu 5,75 Millionen Autos hergestellt worden.

          Tobias Piller
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Mit der jetzt prognostizierten Zahl neuer Autos fällt Deutschland wieder zurück auf den Wert des Jahres 1975, der geprägt war von der damaligen Ölkrise. Eine Reduzierung der Produktion um 18 Prozent ist in der Nachkriegsgeschichte der deutschen Autoindustrie der fünfgrößte Einbruch. Nur in den Krisenjahren 2020, 1993, 1973 und 1967 war die Entwicklung noch ein wenig ungünstiger. Während in früheren Krisenjahren schlicht die Nachfrage fehlte und im Coronajahr 2020 vorübergehende Schließungen von Fabriken und Autohändlern Produktion und Verkauf blockierten, schienen in diesem Jahr die Voraussetzungen besser. Im Gegensatz zu früheren Krisen fehlt es nicht an Nachfrage auf dem Automarkt. Die Lieferzeiten für manche Modelle betragen inzwischen bis zu einem Jahr.

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