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Australiens Schatzkanzler : Der Zuckerberg-Zähmer

Josh Frydenberg Bild: EPA

Der australische Schatzkanzler Josh Frydenberg ist Australiens Mann für die schwierigen Aufgaben. im Streit mit Facebook hat er die Karre aus dem Dreck gezogen.

          4 Min.

          Ja, es gibt sie alle. Die Geschichten über seinen Hund Fonzi. Die Geschichten über seine Frau Amie und die beiden Kinder Gemma und Blake. Und die über seine Beinahe-Karriere als professioneller Tennis-Spieler. Wirklich packend aber ist jene, die den Schatzkanzler Australiens von einer ganz bitteren, berührenden Seite zeigt: Josh Frydenberg in seinem jüdischen Glauben und beim Verarbeiten des Leids, dass seinen Vorfahren widerfuhr. Seine Großeltern väterlicherseits emigrierten in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nach Australien, begannen mit nichts. Die Eltern seiner Mutter, Sam und Ethel Strauss, konnten vor den Nazis in Ungarn nicht fliehen, und wurde ins Ghetto Budapest gesperrt. Seine Urgroßeltern und zahlreiche Verwandte wurden Opfer der Shoah.  

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Seine „jüdische Identität“ habe ihn tief geprägt, sagt Frydenberg: „Sie hat die Werte definiert, die mich heute antreiben: Familie, Bildung, Gerechtigkeit und insbesondere das Lernen aus der Geschichte.“ Seinen Besuch in Auschwitz 2015 bezeichnete er als einen der „bewegendsten Momente“ seine Lebens. In seiner Antrittsrede als Parlamentarier in Canberra verneigte sich Frydenberg 2010 vor allen Opfern der Nationalsozialisten. 

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