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Amerikanische Medien : Der Time-Verlag bekommt einen neuen Eigentümer

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Der neue Eigentümer Meredith hat seinen Hauptsitz in Des Moines im Bundesstaat Iowa. Bild: AP

Er ist bekannt für sein „Time“-Magazin und die Zeitschrift „Fortune“: Nun wird der Verlag verkauft an einen Konkurrenzen. Im Hintergrund helfen zwei einflussreiche Geldgeber der Republikaner.

          Der Verlag Time wird für 1,84 Milliarden Dollar an seinen amerikanischen Rivalen Meredith verkauft. Das Unternehmen aus dem Bundesstaat Iowa wird dabei finanziell von den beiden Industriemagnaten Charles und David Koch unterstützt - beide gehören seit vielen Jahren zu den einflussreichsten Geldgebern der Republikaner. Inklusive aller Schulden wird Time mit 2,8 Milliarden Dollar bewertet, wie die Firmen mitteilten. Durch die Übernahme erreichen die Titel beider Unternehmen zusammen 135 Millionen Leser. Die Übernahme soll in den ersten drei Monaten des kommenden Jahres 2018 abgeschlossen werden.

          Time wurde im Jahr 2014 vom Medien- und Unterhaltungskonzern Time Warner abgespalten. Der Verlag ist neben dem gleichnamigen Magazin für „Sports Illustrated“ und „Fortune“ bekannt. Das Unternehmen hat jedoch Probleme, weil die Auflage schrumpft und sich Werbekunden umorientieren.

          Im dritten Quartal war der Umsatz um fast zehn Prozent auf 679 Millionen Dollar gefallen. Das Time-Management reagiert darauf mit Kostensenkungen, einer neuen Digital-Strategie und erwägt Verkäufe einzelner Titel. Meredith rechnet mit Einsparungen zwischen 400 und 500 Millionen Dollar in den ersten beiden Jahren nach der Transaktion.

          Die Übernahme ist ein Coup für den Medienkonzern. Meredith war dieses Jahr und auch im Jahr  2013 schon mit Verhandlungen über einen Time-Kauf gescheitert. Meredith teilte zudem mit, die Industriellenfamilie Koch fungiere als Geldgeber, bekomme aber kein Mitspracherecht in journalistischen Fragen und Management-Entscheidungen. In der Vergangenheit hatten die Kochs, die zu den reichsten Menschen der Welt gehören, Interesse am Kauf der Zeitungen „Los Angeles Times“ und „Chicago Tribune“ erkennen lassen.

          Meredith vertreibt unter anderem Magazine für Eigenheimbesitzer und Gartenfans sowie zu Familienthemen. Der Konzern kommt an der Börse auf einen Wert von 2,7 Milliarden Dollar. Time-Aktien kosteten an der Wall Street zuletzt 16,90 Dollar. Meredith wird nun je Anteilsschein 18,50 Dollar in bar zahlen.

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