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Unternehmensabgaben : Der unscheinbare Mastermind hinter der Mindeststeuer

Martin Kreienbaum, Leiter der Unterabteilung Internationales Steuerrecht im Bundesfinanzministerium. Bild: Manfred Schäfers

Die globale Unternehmensbesteuerung steht vor einer Umwälzung. Konzerne wie Google und Facebook sollen mehr dort zahlen, wo sie Geschäfte machen. Wer hat sich das eigentlich ausgedacht?

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          Mastermind – so nannte ihn einmal Olaf Scholz mit Blick auf die globale Mindeststeuer. Das war vor gut eineinhalb Jahren. Man war auf dem Weg nach Riad oder vielleicht sogar schon dort. In Saudi-Arabien trafen sich die Finanzminister aus der Gruppe der zwanzig wichtigen Industriestaaten und Schwellenländer. China fehlte, das war dem Coronavirus geschuldet, das im Reich der Mitte schon wütete, aber sonst war die Pandemie gefühlt noch fern. Es ging wieder einmal um die Neuordnung der Unternehmensbesteuerung. Martin Kreienbaum begleitet den SPD-Politiker, ein unauffälliger Beamter, eher ruhig als laut, korrekt bis zum Scheitel, seinen Witz lässt er allenfalls in kleiner Runde durchscheinen, Fachmann eben.

          Manfred Schäfers
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Als Unterabteilungsleiter hat er zwar eine beachtliche Karriere hingelegt, aber zwischen ihm und dem Minister liegen immer noch zwei Hierarchiestufen (Abteilungsleiter und Staatssekretär). Gleichwohl ist es selbstverständlich, dass der schlanke Mann den deutschen Minister begleitet. Er ist der Kopf hinter der neuen Steuerwelt, und Scholz treibt das Thema auf internationaler Ebene voran. Für den Sozialdemokraten war die globale Mindeststeuer etwas, womit er in seiner Partei, aber auch im Wahlkampf punkten konnte.

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