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Ben & Jerry’s gegen Trump : Der Eiscreme-Aktivist

Chris Miller Bild: Ben & Jerry's

Chris Miller war früher bei Greenpeace. Heute ist er Chefaktivist von Ben & Jerry’s. Die Aufgabe ist ungewöhnlich. Manchmal hat er mit wütenden Polizisten zu tun.

          5 Min.

          Viele amerikanische Unternehmen haben sich mit Donald Trump arrangiert. Bisweilen üben sie vorsichtige Kritik an der Politik des Präsidenten zu einzelnen Themen wie Einwanderung oder Klimawandel. Aber im Großen und Ganzen ordnen sie sich den politischen Machtverhältnissen unter, um ihre Interessen zu wahren. Der Softwarekonzern Microsoft umgarnt Trump gerade in seinen Bemühungen, die Smartphone-App Tiktok zu kaufen. Tim Cook, der Vorstandschef des Elektronikgiganten Apple, hat ein freundliches Verhältnis zum Präsidenten kultiviert, was eine Erklärung dafür sein könnte, warum sein Unternehmen nicht allzu hart von Strafzöllen für Importe aus China getroffen wurde.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Chris Miller hält das für ein Problem. Er ist „Aktivismus-Manager“ für den amerikanischen Eiscreme-Hersteller Ben & Jerry’s, hat keine Scheu, Trump öffentlich anzugreifen, und wie er im Gespräch mit der F.A.Z. sagt, sollten das nach seiner Auffassung auch andere Unternehmen viel stärker tun. Im Zusammenhang mit den jüngsten Protesten gegen Rassendiskriminierung forderte Ben & Jerry’s den Präsidenten auf, keine rechtsextremen Positionen mehr auf Twitter zu „normalisieren“. 2018 brachte der Eishersteller sogar eine Anti-Trump-Sorte mit Pekannüssen unter dem Namen „Pecan Resist“ heraus, in Anlehnung an den Widerstandsaufruf „We Can Resist“. Ben & Jerry’s wollte das als Zeichen gegen Trumps „rückschrittliche Agenda“ verstanden wissen.

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