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Leitung des Personal-Ressorts : Der Commerzbank-Vorstand wird noch weiblicher

Filiale der Commerzbank in Mainz Bild: Frank Röth

Sabine Schmittroth rückt in den Vorstand der Commerzbank auf, damit werden künftig zwei von sieben Vorstandsmitgliedern weiblich sein. Zudem stimmte der Aufsichtsrat zu, Comdirect zu kaufen.

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          Vor 35 Jahren hat für Sabine Schmittroth das Arbeitsleben begonnen, am Schalter einer Filiale der Dresdner Bank in Bochum. Seither bekam die 54 Jahre alte Bankkauffrau auch ohne Studium etwa alle drei Jahre neue interessante Aufgaben, ihr Arbeitsvertrag aber änderte sich trotz der unaufhaltsamen Karriere nie – nicht einmal als die Dresdner Bank 2009 mit der Commerzbank fusionierte.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das wird sich zum 1. Januar 2020 ändern, denn dann rückt Schmittroth in den Commerzbank-Vorstand auf. Dort wird sie die Ressorts Personal und später Regeltreue von Bettina Orlopp übernehmen, die wie berichtet, das noch wichtigere Finanzressort erhält. Das teilte die Commerzbank am Donnerstagabend nach einer Aufsichtsratssitzung mit.

          Demnach muss der Vorstand den Ausblick für das Jahr 2019 wegen des „weiter verschärften Marktumfeldes“ senken und rechnet nun nicht länger mit steigenden Erträgen. Der Aufsichtsrat stimmte außerdem allen seit vergangenen Freitag bekannten Plänen des Vorstandes zu, darunter die Comdirect komplett zu kaufen. Dafür machte die Commerzbank den Aktionären der Direktbank am Donnerstag ein Angebot von 11,44 Euro je Aktie.

          Ein konsequenter Aufstieg

          Mit Orlopp und Schmittroth werden künftig zwei von sieben Vorstandsmitgliedern der Commerzbank weiblich sein. Schmittroth ist seit vier Jahren Bereichsvorstand Private Kunden und damit derzeit für die Vertriebssteuerung, das heißt im Wesentlichen für die noch 1000 und bald nur noch 800 Filialen, und die zentralen Zulieferer- und Verwaltungsdienstleistungen verantwortlich. Schon seit 2011 bildet sie mit dem 2016 in den Vorstand aufgerückten Michael Mandel ein Gespann, das sich der Neuausrichtung des Privatkundengeschäfts verschrieben hat.

          Sabine Schmittroth rückt zum 1. Januar 2020 Commerzbank-Vorstand auf

          Als ehemalige Kundenberaterin hat Schmittroth die Zeit vor der Finanzkrise nicht vergessen: Es ging in den Filialen nur ums Verkaufen, es gab mal Bauspar- und mal Wertpapier-Wochen, eine Produktorientierung ganz nach dem Bedarf der Bank, aber oft nicht im Interesse der Kunden. Sie selbst habe immer Wert auf zufriedene Kunden gelegt, ihre Chefs dagegen nicht, erzählte sie mal im kleinen Kreis. Als Mandel sie 2011 anrief, um sie für die Leitungsaufgabe zu gewinnen, soll sie ihn als erstes gefragt haben: Gehen wir endlich weg von einer produktorientierten Steuerung?

          Auch in Personalfragen hat Schmittroth feste Vorstellungen, zumal sie in der Dresdner Bank auch als Personalentwicklerin gearbeitet hat. Für falsch hielt sie, als Banken in den guten Zeiten der achtziger und neunziger Jahren über den eigenen Bedarf ausbildeten. Und in den gegenwärtigen schlechten Zeiten? In der Commerzbank ist jetzt wieder ein Stellenabbau auszutarieren.

          Dabei hilft Schmittroth ihre klare und direkte Ansprache, die sie schon beim Widerstände hervorrufenden Organisationsumbau in der Zentrale zeigte. Der Aufstieg der Skifahrerin und Seglerin zum Vorstand für Personal erscheint daher vielen der gut 45.000 Commerzbank-Mitarbeiter nur konsequent.

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