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Der Bundesdatenschutzbeauftragter Ulrich Kelber Bild: Susie Knoll

Ulrich Kelber : Datenschutzkämpfer in der Nahdistanz

  • -Aktualisiert am

Als Bundesdatenschutzbeauftragter will Ulrich Kelber sichtbarer sein als seine Vorgängerin. Bisweilen kommt der Sozialdemokrat jedoch auch sehr direkt rüber – nun gelobt er Mäßigung.

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          In Sachen Datenschutz wird es künftig lauter: Bislang waren nach Datenskandalen jeder Art die Netzpolitiker der Parteien meinungsbildend, ein paar Journalisten und Sicherheitsexperten sowie manche Landesdatenschutzbeauftragten. Im Notfall meldete sich der frühere Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar (Grüne) zu Wort, denn die Amtsinhaberin Andrea Voßhoff (CDU) blieb überwiegend still. Jetzt kommt Kelber.

          Ulrich Kelber ist 1,97 Meter hochgewachsen und so wuchtig, dass ihn in Amerika die Menschen nach seiner Football-Vergangenheit befragen würden. In Wahrheit kickte der Politiker in seiner Kindheit friedlich Fußball, war sogar mal Stadtmeister – aber als Teamschlechtester, wie er sagt, sein Trainer habe ihm sogar zu einer anderen Sportart geraten. Es wurde Langstreckenrudern, was dazu einlädt, ihm nun etwa Durchhaltevermögen und langen Atem für politische Auseinandersetzungen zu attestieren. Doch dafür finden sich bessere Belege: Kelber unternahm etwa 28 „Rote Rucksack“-Touren mit 100 Stationen durch seine Heimatstadt Bonn. Wahlkampf soll das nicht gewesen sein, hieß es bis vor kurzem auf seiner Seite im Netz, aber immerhin hat er sich fünfmal im früheren Wahlkreis Konrad Adenauers das Direktmandat erkämpft. Direkt ist Kelber auch in eigener Sache: Er veröffentlichte seine Steuererklärung sowie Lobby-Kontakte auf der eigenen Internetseite. Als Bundesdatenschutzbeauftragter ist er künftig auch für Informationsfreiheit zuständig, also Auskünfte von Behörden.

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