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Kostspielige Konzernstrategie : Dell will 125 Milliarden Dollar in China stecken

In einem Dell-Laden in Peking: Der amerikanische Computer-Hersteller hat viel vor im Reich der Mitte. Bild: Reuters

Künstliche Intelligenz, Software und mehr: Der amerikanische Computerkonzern Dell will China erobern. Und dafür richtig viel Geld in die Hand nehmen.

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          China ist für amerikanische Technologieunternehmen oft ein heikles Terrain, aber auch ein schwer zu ignorierender Markt. Das Land ist (noch) die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, in ihm leben dreimal so viele Menschen wie in den Vereinigten Staaten oder der Europäischen Union - viele potentielle Kunden, die gerne auch Produkte von Unternehmen aus den westlichen Ländern kaufen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Der Internetkonzern Google hat seine Aktivitäten in China vor fünf Jahren weitgehend eingestellt, nachdem er zum Ziel eines Hackerangriffs geworden war und das asiatische Land dafür verantwortlich gemacht hatte. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Google eine Rückkehr nach China plant, zunächst in Form einer chinesischen Version von „Google Play“, seiner Online-Plattform für Smartphone-Apps.

          Jetzt hat der amerikanische Computerkonzern Dell neue Initiativen für China angestoßen und dabei auch klargemacht, dass er keine Probleme hat, sich den lokalen Regeln zu unterwerfen: In einer Mitteilung hieß es, Dell wolle seine Strategien in China eng mit „nationalen Richtlinien“ integrieren.

          Während er das Land besuchte, kündigte der Dell-Vorstandschef Michael Dell an, innerhalb der nächsten fünf Jahre 125 Milliarden Dollar Waren und Dienstleistungen von chinesischen Lieferanten einzukaufen. Das ist eine stattliche Zahl für ein Unternehmen, das nach letzten verfügbaren Zahlen einen Jahresumsatz von 57 Milliarden Dollar erzielt. Dell werde mit Aktivitäten in China eine Million Arbeitsplätze in dem Land unterhalten.

          Das Unternehmen gab außerdem mehrere Kooperationen mit einheimischen Organisationen bekannt. Mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften zum Beispiel will Dell ein Forschungszentrum für künstliche Intelligenz gründen und eine Partnerschaft mit dem Softwareunternehmen Kingsoft eingehen. China zählt zu den drei größten Märkten für Dell.

          Xi kommt nach Amerika

          Wie wichtig China für amerikanische Unternehmen geworden ist, wird auch während des noch in diesem Monat geplanten Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in den Vereinigten Staaten deutlich werden. Noch bevor der Präsident nach Washington reist, wird er amerikanischen Medienberichten zufolge am 23. September Seattle reisen und sich dort mit Vorstandsvorsitzenden amerikanischer Unternehmen treffen.

          Darunter wird Tim Cook sein, der Vorstandsvorsitzende des Elektronikkonzerns Apple, der in China heute mehr als ein Viertel seines Umsatzes erzielt. Am gleichen Abend wird er zu einer Veranstaltung im Haus von Bill Gates erwartet, dem Mitgründer des Softwarekonzerns Microsoft.

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